Letzter Schauentag in London, der Modemetropole, die sich der Avantgarde verschrieben hat. Und deswegen von vielen Einkäufern und Journalisten nie richtig ernst genommen wurde. Zu abgedreht, zu abgehoben, zu experimentell. Doch London ist nicht mehr nur Vivienne Westwood. London ist Burberry Prorsum, Paul Smith, Mulberry, Peter Pilotto und neuerdings auch Tom Ford. Aufsteiger wie Mary Katrantzou zeigen in London. Gut, auch Rihanna zeigt dort, dennoch: Im Schauen-Reigen gewinnt die britische Metropole immer mehr an Bedeutung.

Früh in der Saison werden die ersten Impulse für die Frauenmode gesetzt. Zum Herbst 2013 ist Opulenz das Schlagwort der Saison. Leicht umgesetzt über reiche Stoffe, innovative Beschichtungen, gelackte Oberflächen und moderate Dekoration. Nie muffig oder schwer. Technische Komponenten werden in elegante Bilder eingebaut. Scharfe Schnitte, Laser-Cuts, geräumige Kimono- und Keulen-Ärmel sowie Asymmetrien beleben Konfektion. Ebenso neue Druck- und Farblandschaften. Am schönsten bei Mary Katrantzou mit sphärigen Prints von kahlen Bäumen, düsteren Gewässern, Brücken, Nebel und Schatten-Landschaften im Mondschein.

Intarsien machen Strick zum Highlight. Ob punktuell à la Kenzo oder allover. Auch Camouflage geht als Jacquard und in neuen Farbstellungen in die nächste Runde. Von starken Strickteilen aus werden die Outfits zum Herbst 2013 aufgebaut.

Das Highlight: Preen. Die Designer Justin Thornton und Thea Bregazzi setzen voll auf Punk, elegant umgesetzt. Kleider, Mäntel, und Röcke sind wie Bikerjacken verarbeitet, kantig, mit asymmetrischen Zippern. Darunter blitzen transparente Kleider hervor. Das grobkörnige Leoparden-Dessin ist vom New Wave-Film Jubilee inspiriert. Und könnte zum größten Konkurrenten für Camouflage avancieren.