Es war sicherlich der emotionale Höhepunkt der London Fashion Week: Burberry Prorsum. Christopher Bailey lud seine riesige Gästeschar in ein Zelt im Hyde Park ein. Nicht nur, dass Sänger Tom Odell schmachtend am Piano, begleitet von Soulsängerinnen, „Hold me“ sang. Auch die Details der Burberry-Mode sind ganz auf Liebe eingestellt: Herzprints auf Seidenblusen oder großformatige Goldherzen als Dekoration an den Kleidern. Die Trench-Story spielt die ganze Luxus-Klaviatur mit großen goldfarbenen Metall-Details, wie Kragenformen oder Riegeln im Rücken aus Metall. Extrem viel Sex-Appeal zeigt Bailey mit Latex für Trench-Besätze oder für komplette Blusen und Zweiteiler. Knautschlack, Ponyfell im Animal-Look oder dreidimensionale Gold-Jacquards wie auch Lederfransen und Goldösen drücken der Kollektion den Stempel auf. Eine weitere dekorative Steigerung im Vergleich zu den Glanzoptiken aus der vergangenen Saison.

Unbedingt zu beachten ist die Arbeit von Antonio Berardi, der eine besonders gelungene Präsentation gezeigt hat. Er spinnt seine erfolgreiche Kleider-Idee weiter und zeigt eine extrem vielseitige Kollektion. Sein Thema: Architektur in Verbindung zur Sanduhr-Silhouette. Dabei kommen unglaublich leichfüßig interpretierte Kleider, Anzüge und Overalls heraus, die immer ein Geheimnis bergen. So beispielsweise komplett bestickte Schleppen an einem in der Front schlichten Anzug. Oder seitlich blitzende, asymmetrisch angelegte Transparenz. Der Körper ist die Referenz, aber klare Gliederungen, schnitttechnische Höchtleistungen und klare Linien machen den Reiz aus. Dazu genügend Schmeichelndes über Pelze, Metallic-Jacquards und Perlenstickereien.

Christopher Kane, der Shootingstar der vergangenen Saison, ließ seine Models die weitesten Wege gehen. Eine riesige, leer stehende Etage im Cannon Place, rundum verglast, kann auch sinnbildlich gesehen werden. Er will in Zukunft noch viel Raum ausfüllen. Jedenfalls zeigt er eine extrem große Kollektion mit zahlreichen verschiedenen Ideen. Angefangen von Camouflage-Jacquards, die überhaupt in London dieser Tage omnipräsent sind, über kurvige Kleider mit Federschmuck an den Kanten, Abendkleider mit teils eingerissenen Stickerei-Bordüren bis hin zu üppigem Pelz. Besonders herausstechend ist die Verbindung von Kleidern und Schmuck. Silberne hohe Kragenformen gehen in Spitzen über. Zu guter Letzt zeigt Kane sein Talent für ungewöhnliche Dekorationen: Kleider sind wie mit Bonbonglitzerpapier geschmückt oder mit Fransen-Details, die wie Stacheln abstehen.