Der Freitag endete wie immer mit der großen „Style Night" von Michael Michalsky, dieses Mal allerdings nicht mehr zusammen mit anderen Labels, sondern alleine und im großen Stil. Erstmals präsentierte Michalsky nämlich seine Damen- und Herrenlinie in einer separaten Show. Bei den Männern zeigte der Berliner Designer konsequent einen urbanen, schmalen Look mit Hosen, die kurz über dem Knöchel endeten, zu schlanken Sakkos oder Oberteilen. Und Michalsky bewies, dass selbst ein Kurzarmhemd sexy aussehen kann, wenn es denn schmal und figurbetont geschnitten ist. Bei den Damen setzte er auf verwaschene Blütendrucke auf weißem Fond, kragenlose Blusen zur schmalen Hose oder Plisseeröcke und passende Oberteile dazu.

Perret Schaad zeigten wieder einmal, welch großartiges Farbgefühl die beiden Designerinnen haben. Zwei verschiedene Make-up-Töne für Seidenbluse und Glockenrock zum anthrazitfarbenen kragenlosen Mantel, verschiedene Creme-Abstufungen für Rock und Blouson - Johanna Perret und Tutia Schaad verstehen es wirklich, Farben anspruchsvoll und virtuos miteinander zu verbinden. Auch stilistisch überzeugte die Kollektion, mit simplen, leicht glockig geschnittenen Röcken zu Blusen oder Blousons, die im Rücken mit Volumen spielen. Alles sehr edel, sehr fein und modern.

Neu am Berliner Fashion-Horizont präsentierte sich der kanadische Konzept-Designer Steven Tai. Der 28-Jährige, der auf dem Modefestival in Hyères ausgezeichnet wurde und jetzt von Mercedes Benz und ELLE nach Berlin geholt wurde, präsentierte ungewöhnliche Kreationen, die mit Volumen, Stand und Stofflichkeit überzeugten. Sicher nicht kommerziell, aber jemand, den man zumindest beobachten sollte.