Escada Sport eröffnete auch dieses Mal die Mercedes-Benz-Fashion-Week in Berlin und zeigte eine hochsommerliche, bunte, frische Kollektion, die schon beim ersten Outfit in Weiß mit Strohhut spontan Urlaubsgedanken auslöste - was sich in den folgenden 15 Minuten verfestigte: Da war viel bunter Jacquard-Strick zu sehen, gestreifte Bikinis unter semitransparenten Blusen. Ja, sogar bauchfreie Pullover zu weiten, fließenden Hosen. Wäre da nicht der ein oder andere lässige Hosenanzug in Weiß gewesen, hätte man fast auf den Gedanken kommen können, Escada Sport wolle sich auf reine Urlaubsgarderobe fokussieren. Eine schöne, tragbare Kollektion, die vielleicht noch ein paar Höhen mehr hätte zulassen können.

Nicht weniger fokussiert war auch das Aufsteiger-Duo Augustin Teboul, das erneut eine komplett in Schwarz gehaltene, taffe Kollektion präsentierte, wie immer mit ausgearbeiteten Details und scharfen Schnitten. Aufgebrochen wurde das Strenge durch eine ungewöhnliche Inszenierung: Die Models posierten in einer Altbauwohnung unweit des Kudamms auf Lounge-Sesseln und Sofas, umrahmt von gigantischen Blüteninstallationen – dazu gab es das farblich passende französische Gebäck und klassische Piano-Musik live.

Auch Kaviar Gauche blieb seiner Linie treu, mit Seidenkleidern, die immer wieder mit Längen, viel Stoff und dieses Mal verstärkt mit grafischen Schößchen-Elementen spielten. Highlight waren sicher die mit Spitze in Lederoptik gearbeiteten Kleider und Zweiteiler in Creme und Schwarz.

Bei dem Designer for tomorrow-Wettbewerb von P&C kam die modische Vielfalt dann wieder voll auf ihre Kosten. Die fünf Finalisten führten vor, wie unterschiedlich Mode interpretiert werden kann. Am Ende gewann der Spanier Leandro Cano, der mit seinen skulpturalen Strick- und Lederentwürfen in XXL-Version die Jury inklusive Jury-Vorsitzendem Marc Jacobs überzeugte und sich jetzt nicht nur auf finanzielle Unterstützung, sondern auch auf ein Praktikum bei dem amerikanischen Designer freuen darf.