Wenn man wirklich liebt..." Kilian Kerner ist der Romantiker unter den Designern. Seine Kollektion entsteht und funktioniert über Gefühle. Gewohnt emotional dann auch der Start der Show mit Singer/Songwriter Mads Langer, der ein von Kilian Kerner geschriebenes Lied zum Besten gibt. Modisch ist es das Leise und Sanfte, nicht das Kitschige, das der Kölner aus der Romantik entlehnt. Cleane, androgyne Styles, eine gerade H-Silhouette und dunkle, gedeckte Farben mit kleinen Akzenten in Gold und Orange dominieren das Bild. Überhaupt nicht soft sind die harten Brüche in den Outfits: Lange Abendkleider werden zum flachen Lack-Loafer gestellt, Maxiröcke aus Seide zu bulligen, geräumigen Blazern. Hochgeschlossene Klosterschülerinnen-Kleider zu lässigen Trenchs. Crystal Fabrics von Swarovski zu steifem Leder. Ohnehin wird Leder gut in Szene gesetzt. Röcke sowie schmale Hosen für Männer kommen aus geometrisch geprägtem Leder, einzelne Lederplättchen könnte man meinen.
Ein wahrer Hingucker. Spannend ist Kerners Idee von einem neuen Business-Look für den Mann: schmale, helle Flanellhosen mit dickem, mehrfarbig gestricktem Rollkragenpullover, der in die Hose gesteckt wird und auch Spuren von Neon aufweisen darf. Wie zuletzt bei Jil Sander oder anderen großen, internationalen Designern fließen hier Inspirationen aus dem Skisport mit ein. Weg vom Business Richtung Abend geht's für die Männer mit gepatchten Dinner-Jackets mit Glitzerpartien. Zum Schluss der Show kommen die romantischsten Bilder, um den Kreis zu schließen: lange, transparente Seidenröcke und drapierte Kleider mit Toga-Anklängen. Frauen werden sie lieben.