Unscharf abgemalte Fotos, Farbfelder, abstrakte Bilder, Monochromien, Glasscheiben und Spiegel. Die Kollektion des jungen Italieners überzeugt durch feine Reminiszenzen an Gerhard Richters Malereien und Skulpturen. Wie bereits in den vergangenen Saisons hat sich Gabriele Colangelo einen zeitgenössischen Künstler ausgeguckt, um neue Ideen für das Spiel mit unterschiedlichen Materialien zu gewinnen. Jacquards aus gewebtem Nylon sind bedruckt mit den für Richter typischen Sonnenuntergängen, Farbkleckse verleihen Seide eine Dreidimensionalität. So kommt Bewegung in die schmalen Etuikleider, ärmellosen Blusen und Glocken-Röcke. In manchen Outfits sieht das Nylon wie gewickelte oder gecrinkelte Klarsichtfolie aus, unter deren Oberfläche sich kleine Wasserperlen angesammelt haben. Farbverläufe dramatisieren die Bilder. Silikon-Fasern und Pailletten sorgen für das moderne Maß an Glanz. Gewöhnungsbedürftig sind einzig die trapezförmigen Tops, die Colangelo zu ausgestellten Röcken stellt - eine nicht definierte Silhouette, die wohl wenige Anhänger finden wird. Viele Fans dagegen werden sicherlich die eleganten Mantelkleider aus feinem Leinen haben.