Fendi.
Wer erinnert sich nicht an die Farbexplosion, die Karl Lagerfeld für Fendi in der vergangenen Saison kreiert hat? Dieses Mal tritt er farbtechnisch kräftig auf die Bremse. Und zeigt coole, junge, teilweise edgy Styles für das Traditionshaus. Mit knackig-kurzen Bomberblousons, übergroßen Stolen für Capes und Jacken, die durch einen breiten Gürtel über der Brust fixiert werden oder mit luxuriösen Material-Patches für opulente Mäntel – die dabei trotzdem cool und entspannt daherkommen. Daneben pusht Lagerfeld Styles mit Pelz-Applikationen. Pelzstücke in Irokesen-inspirierter Form für die Schulterpartie sind dabei definitiv am prägnantesten. Auch auf Wollkleidern, die mit Netzpartien spielen, finden sich Pelz-Details. Netz und Activewear sind auch die Stichworte für die sehr schönen wadenlangen Röcke und Bustierkleider.



Prada. Setting und Musik hat Miuccia Prada wie bei der Männerschau belassen. Live-Orchester mit Streichern und Blasinstrumenten, Songs von Kurt Weill: Sie bilden den Rahmen für einen Look, der durchgängig ein Thema erzählt. Es geht um Oversize-Lammfellmäntel und –Jacken über transparenten Seidenkleidern. Die entscheidenden Details sind Fellpaspellierungen oder Metallic-Trimming in Gold oder Silber an Säumen oder Teilungsnähten von Mänteln und Kleidern. Die Silhouette ist oversized, die hemdigen Kleider umspielen lose den Körper, Felljacken sind voluminös und geräumig. Grafische Artdeco-Muster in schrägen Farbkombinationen wie Petrol, Gelb, Schwarz oder Lila, Gelb, Schwarz runden den Look ab. Es ist ein Mix aus 20er Jahren Einflüssen mit 70’s Boho-Anklängen, wofür vor allem Fell steht. Ein eher spröder Frauentyp wie man ihn von Prada kennt, wenn vielleicht auch nicht so facettenreich wie sonst oft.



Moschino. „I don’t speak italian, but I do speak Moschino“, steht auf dem weißen T-Shirt von Moschino-Designer Jeremy Scott. Für kommenden Herbst heißt das modisch: Es wird plakativ. Mit der Comic-Figur Sponge Bob als Vorlage für überlange Strickkleider, bauchfreie Tops und Taschen. Mit Kombinationen in Gelb-Rot, die an Ronald MacDonald erinnern. Scott treibt es so weit und schickt ein Model mit Cap und Tablett auf den Laufsteg, auf dem eine Moschino-Bag mit goldenem M serviert wird. Neben diesen Show-Pieces gibt es eine Reihe von Styles, die ganz ohne Comic-Charakter auskommen. Der plakative Ansatz bleibt jedoch bestehen. So gibt es Denim-Outfits, bestehend aus knielangen, geknöpften Röcken und ultrakurzen Jacken – über und über mit Logo-Ketten und -Gürteln geschmückt. Sehr schön spielt Scott mit dem Thema Hose, zeigt goldfarbene Metallic-Styles mit Cut-outs am Oberschenkel. Highlight ist das Kleid aus breiten Ledergürteln mit Bustieroberteil. Kombiniert wird es mit Overknee-Stiefeln – auch hier setzt Scott die Gürteilidee um.