Mit den Schauen von Simonetta Ravizza, Angelo Marani und Paola Frani ging die Mailänder Fashion Week am Mittwoch offiziell an den Start. Mit großer Spannung wurden auch die Schauen von Gucci und Alberta Ferretti sowie Max Mara, Fendi und Prada am darauffolgenden Tag  erwartet. Ein Trend kristallisiert sich bereits jetzt schon heraus: Opulente Roben, große Schmucksteine, edle Pelze, butterweiches Leder und feine Wolltuche - das sind die Hingucker auf dem Mailänder Catwalk.

Gucci.
Moderne Romantik und dunkler Glamour sind die Leitlinien von Frida Giannini für den kommenden Winter. Das stete Schwarz wurde von punktuellem Mitternachtsgrün und matt leuchtendem Burgundrot nicht aufgelockert, sondern eher noch betont.  Lange Kleider, Kurzjacketts und Reiterhosen sorgen bei der Silhouette für ein Spiel der Kontraste. Tapisserietextilien, Stickerei-Applikationen, bedruckte Seide, Chiffon-Einsätze und weiches Samt umwölben sich in hauchdünnen Schichten. Oversized-Optiken sind an der Tagesordnung und gewähren tiefe Einblicke.

Alberta Ferretti. Damenhafter Schick in gewohnt nüchterner Silhouette. Bei Alberta Ferretti hat die Hinwendung zum ubiquitären Schwarz dieser Tage wenig Dandyhaftes, vielmehr setzen Nadelstreifen und strenge Linien einen maskulinen, selbstbewußten Kontrast zu den romantischen Abendkleidern, für die man das Label kennt. Der systematische Einsatz von Nappaleder und hochtailliert geschnittenem Pelz verleiht auch durchsichtigem Chiffon und zartem Cashmere einen toughen Dreh.

Max Mara. Das Militärische hält Einzug bei Max Mara, und verleiht dem entspannt-luxuriösen Look des Hauses eine neue Note. Neben klar geschnittenen Kappen, hohen Kragen und Ganzkörperanzügen in Camouflage-Optik, präsentiert die Kollektion ausladende Schnitte, dezente Pelzärmel und große Nappaleder-Flächen. Einen Triumphzug feiert der silberne Mary Jane, der systematisch zu Grün, Grau und Auster kombiniert für die nötige Portion Glamour sorgt.

Fendi.
Edelster Pelz, mal geschoren, mal haarig, butterweiches Leder und feine Wolltuche - das ist der luxuriöse Mix bei Fendi. Eleganz und Materialreichtum bestimmen das Bild. Dabei werden Leder, Pelz und Flanell oft im Mix gezeigt. Etwa bei Faltenröcken, die Pelz und Leder miteinander kombinieren, oder bei körpermodellierenden Kleidern, die aus verschiedenen Lagen von Cashmere, Nappaleder und Pelz bestehen. Ebenso reich wie das Stoffbild sind die Farben mit Malachitgrün, Nachtblau und Bordeaux neben Grau und Braun. Dabei ist die Silhouette immer figurbetont, der Look sehr schick, eben ganz ladylike. Karl Lagerfeld gelingt es damit erneut, die Traditionen des Hauses Fendi sehr modern zu übersetzen. Das ist Luxus at it's best.

Prada.
Zurück in die Zukunft: Große Schmucksteine, grelle grafische Tapetenmuster – bei Prada begegnen einem einige bekannte Stilmittel des Hauses wieder. Dieses Mal ist der Look erneut überraschend anders, sehr modern: Es ist eine Cyber-Eleganz, die Miuccia Prada präsentiert. Das ist deutlich spröder und geradliniger als das Prada-Frauenbild zuletzt. Gerade deshalb wirkt der Look wie eine Art Future-Chic. Verkürzte Hosen werden dabei unter Röcken, wadenlangen Mänteln oder Mantelkleidern getragen. Ein Schuss Glamour kommt über teils überdimensionale Dekosteine ins Spiel. Ob Strass oder Acryl – sie schmücken Hosensäume, Mäntel und Jacken.