Von der düsteren Romantik und dem dunklen Glamour der letzten Saisons ist nichts mehr zu sehen. Stattdessen werden bei Gucci Träume in Fuchsia, Koralle, Saphirblau, Türkis, Grün und Zitronengelb wahr. Inspirationen für ihre Kollektion hat Designerin Frida Giannini in den Werken des Avantgardekünstlers Lucio Fontana gefunden, der vor allem für seine Schnittbilder bekannt ist. Diese wendet Giannini zum Beispiel bei ihren Kleiderentwürfen an. Hochgeschlossene Kleider mit einem senkrechten Cut-out an der Brust. Gemunkelt wurde jedoch nicht über die Cut-outs, sondern über den für Gucci so unüblich cleanen Look, der jetzt gezeigt wurde.

„Aristokratischer Purismus“ war dann auch das Thema der Kollektion: Lange schmale Silhouetten kontrastieren mit kurzen und gebauschten Formen, fließende Entwürfe mit voluminösen Volants, Flügelärmeln und geschichtetem Gaze. So ganz will der sophisticated Look für Gucci aber nicht funktionieren. Teilweise zu langweilig und einfallslos zeigen sich die Oberteil-und Hosenkombinationen oder Kleider- und Mäntel-Entwürfe. Von Gucci ist man Glamour gewöhnt. Abgeräumte und geradlinige Looks können andere besser. Ganz auf Glamour verzichtet Designerin Frida Giannini dann aber doch nicht. Geschwungene Volants, drapiert an Kleiderärmeln, Kragen und Schultern, exotische Prints, die mit opulenten Ketten und auffälligen Chandeliers getragen werden, Minikleider und Mäntel mit Schlangenmuster in Python-Optik und ein Kleid mit transparentem Tüll in Wabenform gehören zu den gelungenen Looks und Highlights auf dem Catwalk. Typisch Gucci eben.