Bei klirrender Kälte startete die Schauenwoche in Mailand. Den Höhepunkt des ersten Tages markierte Gucci, mit einer Kollektion geprägt von subtiler Sexyness in der Daywear und expressiven Kleidern mit Federappliktionen in der Eveningwear. „All eyes on Jil Sander“ heißt es dann am Samstag: Nach der euphorisch besprochenen Debüt-Kollektion unter Jil Sander im Herbst gilt es, die extrem hohe Erwartungshaltung der Einkäufer ein weiteres Mal zu erfüllen. Das waren die besten Schauen am Tag eins:

Gucci. Wohl erzogen, mitunter nahezu sittsam zeigt sich Gucci für den kommenden Herbst – mit einer durchgängig subtilen Sexyness in der Daywear. Auf die lebhaften Blumenranken der Frühjahrskollektion folgen Farn-Prints in Oliv zu Orange oder Hellblau zu Gold, meist auf schwarzem Grund. Die Drucke sind mal punktuell an Schulter- oder Armpartie eingesetzt, mal allover als Kostüm, Anzug oder Kleid. Mäntel und Kleider kommen in italienischer Länge und mit rund ausgearbeiteten Schultern, die oft dekoriert sind. Insgesamt zeichnet sich das Bild beim italienischen Traditionshaus weniger leicht und verspielt als bisher. Das wird besonders bei den starken Kostümvarianten aus Leder und den expressiven Abendkleidern mit großflächigen Transparenz-Einsätzen und üppigen Feder-Applikationen deutlich.

No21. Boyish, mit einer großen Portion Girlie-Anleihen. Darüber definiert sich die Kollektion von No21. Insgesamt setzt Alessandro Dell'Acqua den Klassiker „Boy meets Girl“ punkig um. Opulente Pelze und Pailletten-Dekoration sorgen für Feminität, Holzfällerhemden und Bundfaltenhosen für den maskulinen Bruch. Sexy Bleistiftröcke, allover mit goldfarbenen und roten Pailletten besetzt und mit hohem Schlitz, werden zu voluminösen Check-Pullovern und -hemden kombiniert. Bundfaltenhosen, sowohl in Nudetönen als auch in Non-Colours, kommen – mal mit verkürztem, mal mit ausgestelltem Bein – zu Blusen im Herrenhemden-Stil.