No. 21.
Einmal mehr zeigt Alessandro Dell'Acqua sein Gespür dafür, feminine und maskuline Einflüsse harmonisch ineinanderfließen zu lassen. Bei der Show seines erfolgreichen Kult-Labels No. 21 setzt der  Italiener auf Materialreichtum, neue Silhouetten und das Spiel von Transparenz und Blickdichte. Wolle ist das große Thema, sowohl für Bustier-Kleider und Herrenhosen als auch O-Shape-Mäntel. Schmuckapplikationen, Pailletten und Perlenfäden zieren derbe Grobstrick-Pullover und asymmetrische Kleider. Sie werden mal platziert, aber auch mal allover eingesetzt. Besonders reich und feminin kommen die Kleider daher, die komplett mit Pailletten besetzt sind, die ein Muster von großen Blumen ergeben. Neben Camel und Grau sind Khaki und Schwarz die dominierenden Farben. 50er Jahre-Anleihen kommen über Ensembles aus Hemdbluse und Midirock sowie Bustierkleider, allerdings neu interpretiert mit verkürztem volumigem Ärmel. Haarige Oversized-Pullover, die teilweise mit Federn besetzt sind, kommen im Bruch zu transparenten Spitzenröcken. Maskuline Elemente wie große Mäntel mit breitem Revers, weite Herrenhosen aus Wolle, derbe Strick-Cardigans und Glencheck-Blousons werden immer feminin übersetzt, etwa mit Zierborten und Schmucksteinen versehen oder mit Fell, Federn und Spitze gepatcht. Key-Piece ist der Mantel, der in unterschiedlichsten Varianten gezeigt wird, etwa komplett in Pelz mit abgesetzten Taschen oder als Kuhfell-Variante in leichter A-Linie. Die Kunst Dell'Acquas: Trotz des Materialreichtums und der vielen Schmuckelementen ist die Kollektion sehr tragbar. Nächste Woche zeigt der Italiener dann in Paris. Und gibt sein Debüt als Designer für das französische Modeunternehmen Rochas.

Francesco Scognamiglio. Transparenz, Spitze und Lingerie-Elemente – dieser Dreiklang bestimmt die Looks von Francesco Scognamiglio. Im Zentrum stehen bodenlange, fließende Seidenkleider mit Trompetenärmeln und mit reichlich Spitzendekor. Opulent interpretiert Scognamiglio das Thema Pelz für knielange Mäntel, die im Materialmix – etwa Wolle und Nerz – daherkommen. Daneben stehen scharf geschnittene reine Woll-Varianten. Eine Reihe von Anzug-Styles komplettiert die Kollektion, meist kragenlos und ornamental verziert.



Fausto Puglisi. Color-Blocking. Grafische Optiken. Lady Liberty. Rund um diese drei Schlagworte baut sich die Kollektion von Fausto Puglisi auf. Und dazwischen? Opulent verzierte Röcke, am stärksten als ultrakurze Ballon-Variante, kombiniert zum bauchfreien Ledertop. Sie sind eine Reminiszenz an die Tutus der Tänzerinnen im Ballets Russes. Aber die Rock-Styles kommen auch mal überknielang und in Falten gelegt, dazu legeres Sweat und Hüllenmantel. Lady Liberty taucht als – einziges – Druckbild für Oberteile auf. Große, goldfarbene Schmucksteine und rockige Ledergürtel, die leger um die Taille geschnürt werden, sorgen für die nötige Portion Coolness im Look, der insgesamt durch körperferne, weiche Silhouetten getrieben ist.