Die Schau von Prada ist jedes Mal wie eine Wundertüte. Jede Saison aufs neue überrascht Miuccia Prada mit einer vollkommen neuen Aussage, einem vollkommen neuen Frauenbild. Dieses Mal steht die Kollektion ganz im Zeichen asiatischer Einflüsse. Der Look setzt Assoziationen an japanische Geishas frei. Aber natürlich absolut modern und urban übersetzt. Die kirschroten Lippen, die Falt-Techniken und Binde-Effekte bei ansonsten schlichten Ensembles in schwerer Duchesse-Seide. Die kimonoartigen Jacken und die zurückgenommene Schnittführung schwarzer Mini-Seidenkleider und nicht zuletzt die massiven, an Geta- und Hajakuju-Schuhe erinnernden Holz-Wedges – sie alle stehen für die deutlichen asiatischen Bezüge, die die Kollektion durchziehen.

Asia is calling: Vielleicht ein Hinweis auf die starken Expansionspläne des Unternehmens in Asien, gerade jetzt, da in Italien die Krisenstimmung allgegenwärtig ist. Ebenso durchgängig wie auf das japanische Motiv setzt Miuccia Prada auf plakative Blumen-Prints oder auf origamiartig applizierte Blüten, die die sinnliche, feminine Seite der Kollektion unterstreichen. Denn Prada ist wieder deutlich weicher und weiblicher als noch in der vergangenen Saison. Aber dabei immer absolut modern: Nicht zuletzt durch die klare Formgebung und die absolute Konsequenz, in der der Look durchgespielt wird.