Mailand Fashion Week. Selten waren die Termine so dicht gedrängt wie in dieser Saison. Zwischen Mittwoch und Sonntagabend finden alle Highlights statt. Deshalb sind auch die Abende bis spät in die Nacht hinein vollgepackt. Das fängt schon am ersten Tag an. Bis halb neun am Abend stehen offizielle Schauen auf dem Kalender. Parallel dazu: Präsentation bei Brunello Cucinelli, Cocktail bei Moncler und bei Zanellato, Beauty Launch mit Dinner bei Gucci und die Präsentation junger Talente von der Vogue. Nicht zuletzt hier kommen traditionell auch viele etablierte Designer vorbei. Gesichtet werden unter anderem Aquilano Rimondi. Und natürlich machen die Sozzani-Schwestern ihren obligatorischen Rundgang und zeigen ihrer US-Kollegin Anna Wintour die neuen europäischen Designtalente.

Der Andrang ist riesig, denn hier kann man immer interessante Kollektionen entdecken. Kreative wie Andrea Incontri haben nicht zuletzt hier ihre Karriere gestartet. Gestern Abend sind unter anderem die Taschen von Corion aufgefallen. Die Designerin kommt aus Frankreich, lässt aber alles in Italien fertigen. Auch der cleane Look von Marianna Cimini ist sicher einen zweiten Blick wert. Genauso wie die Kollektion von Marco Rambaldi. Er war bereits Gewinner des "Next Generation"-Wettbewerbs der Camera della Moda. Junge Sweats und cleane Jacken prägen die zweite Kollektion des Italieners, der in Belgien lebt.



Gedränge herrscht aber nicht nur bei den Jungtalenten. Auch beim Shop-Opening von Moncler und der Kosmetik-Premiere von Gucci ist kaum ein Durchkommen. Beide Events finden nur wenige Meter voneinander entfernt auf der Via Montenapoleone statt. Selten war die Champagner- und Fashion-Volk-Dichte dort größer. Nächster Stopp: Brunello Cucinelli. Hier gibt es neben der wie immer extrem geschmackvollen, luxuriösen modischen Handschrift auch ein köstliches Buffet.

Auf den Laufstegen zeigt der erste Tag in Mailand übrigens noch keine Sensationen. Sportive Einflüsse bleiben. Dazu kommt eine Prise 70er und Hippie-Feeling. Vor allem bei Gucci, wo Frida Giannini scharf geschnittene, hochgeschlossene Looks in Veloursleder mit Spitzen-Details und in Denim zeigt. Hippie-Mädchen auch bei Alberta Ferretti. Transparenz, üppige Schmucksteine und Glitzer auf Pencilskirts und Karoblusen gibt es bei No. 21, wo Alessandro Dell'Acqua seine junge, feminine Handschrift weiterverfolgt. Grafisch und cool dagegen die "Urban Gladiators" von Fausto Puglisi – eine Show mit viel Dynamik und Energie. Die neue Generation der noch nicht so etablierten Namen nimmt sich ohnehin zunehmend Raum im Schauenkalender und stiehlt so manchem etablierten Namen immer mehr die Show. Denn mittlerweile gehören Puglisi, No. 21, MSGM, Marco de Vincenzo, Stella Jean und Konsorten fast schon genauso zu den Hot-Tickets wie Prada, Marni, Bottega Veneta und Versace.

Fotos: Silke Emig
Fotos: Silke Emig


Und das Schauenpublikum? Röcke in allen Varianten von Tüll bis Taft, von Paillette bis Plissee, von Fell bis Falte bleiben ein Must. Genauso wie Mäntel in allen Varianten. Das sind auch die propagierten Items in den Schaufenstern im goldenen Dreieck genauso wie im kommerzielleren Corso Vittorio Emanuele, wo etwa Benetton in seinen Schaufenstern Tüllröcke mit Leichtdaunenjacken kombiniert. Der Run geht weiter....