Hast du Gucci gesehen? Wie war Gucci? Das ist die Frage aller Fragen am ersten Tag der Mailänder Schauen. Es ist die Debüt-Kollektion von Frida Gianninis Nachfolger Alessandro Michele. Für viele war seine Berufung im Januar eine Überraschung. Sie hatten einen bekannten Namen auf dem Kreativ-Chefsessel der Kering-Cashcow erwartet. Michele, bislang Accessoires-Designer und Assistent von Giannini, schien vielen zu unerfahren für diese Aufgabe.

Am Mittwoch dann ein Riesenandrang an der Piazza Oberdan. Es gibt nur noch eine Show. Mindestens so viele wie rein dürfen, müssen also draußen bleiben. Die Kollektion dann ein Kaleidoskop an Themen: der hoch geschlossene Anzug, der kniebedeckte Plisseerock in Nappaleder zur Schluppenbluse, das transparente Spitzenkleid, der Retro-Print, das Volantkleid mit Schleife.

Vielleicht zu viele Themen für eine klare Botschaft. Deutlich wird: Die Kollektion ist romantischer, femininer, zeigt etwas mehr Vintage-Attitüde als zuletzt. „Ich habe versucht, der Marke etwas mehr Romantik zu verleihen", sagt Michele nach der Show. Die Reaktionen von Einkäufern und Presse sind geteilt. Kommerziell und gut verkäuflich, sagen die Einen. Nicht wirklich frisch und klar in der Botschaft, die Anderen. Ein gutes, kein fulminantes Debüt. Die Abverkäufe werden letztlich entscheiden.