DSQUARED. Nach der Prep-Party schicken Dean und Dan Caten den gestandenen Partybummler über den Laufsteg. Die strenge Farbgebung in Schwarz/Weiß mit nur spärlichen Denim-Einlagen suggeriert, dass in der ‚Club Society’, so das Motto der Show, das Feiern als Beruf an sich gilt. Der hier gezeigte Kerl betont nach außen mittels Ledercappys und Leopardenmuster eine harte Schale, gibt aber über Orange- und Rosa-Töne Einblick in seinen weichen Kern. Eine Kollektion für Nachtschwärmer.

GIORGIO ARMANI. Der Altmeister des Mailänder Schick setzt wie gewohnt eher auf subtile Nuancen als auf spaktakuläre Aha-Effekte – gerade bei der Hauptlinie. Die Silhouette wird einen Tick entspannter, der Hosenbund rutscht nach unten, Sakkos und Hosen fallen deutlich luftiger aus. Die Hinwendung zu Druckmotiven offenbart sich erst auf den zweiten Blick, viele Oberflächen fallen bewegt und mit weichen Texturen belegt aus. Die Farbkarte bleibt unaufgeregt klassisch: Mitternachtsblau, Grau und Weiß kontrastieren hier und da mit leuchtendem Hellbraun. Der Einsatz von Leder beschränkt sich auf Mantelkrägen und Details.

PORTS 1961. Klare Schnitte, strenge Linien, futuristische Prints: Ports 1961 setzt auf einen urbanen Smartie der moderneren Machart, der – stets zugeknöpft – auch vor Farbsignalen wie Mangogelb, Apfelgrün, Zartrosa und Dunkellila nicht zurückschreckt. Es entsteht ein tragbarer, variantenreicher Look mit metrosexuellen Spurenelementen. Der hier gezeigte, scheinbare Softie hat es allerdings in sich – er weiß genau, was er will, auch wenn er der zwischendurch flanierenden Dame gern den Vortritt lässt. Ironie kann er zudem auch noch. Damit ist er für uns das Highlight des heutigen, letzten Schauentages.

Eine ausführliche Analyse der Mailänder Männer-Schauen zum Frühjahr 2013 lesen Sie in der TW 26, die am 28. Juni 2012 erscheint.