Der Samstag gehörte ihr. Jil Sander. Ihr Comeback zog das Interesse aller auf sich. Auch wenn die Kollektion für viele kommerziell nicht relevant ist, wollten doch alle sehen, was Jil Sander aus Jil Sander gemacht hat. Danach ging der Trubel wie gewohnt weiter. Schließlich zeigten noch andere große Namen am Samstag. Die besten Scaheun:

BOTTEGA VENETA.
Tomas Maier hat das getan, was ihn seit einigen Saisons auszeichnet und sein Publikum fasziniert - er hat die Marke, für die er entwirft, in einen sanften, luftig leichten, femininen Mood versetzt. Ergebnis ist, wie so oft in der jüngeren Vergangenheit, ein entspanntes, bis ins Detail subtil elaboriertes Bild aus weichen, den Körper sanft umspielenden Schnitten und Silhouetten. Im Vordergrund: Kleider, Kleider, Kleider – als Variante Röcke, Blusen, Blusenkleider. Baumwoll-Popeline, Jersey und Nylon im Wechsel mit Seide, Crepe du Chine und Spitze. Lichte und in Harmonien stille Töne ebenso wie Schwarz. Herausragend: Steine, Steinchen und Pailetten als Aspekt der Linienführung.

FENDI. Überraschend geradlinig zeigt sich Fendi zur F/S-Saison 2013 mit einer Prise Bauhaus in Kombiantion zu ethnoinspirierten Mustern. Leder spielt für alle Produkte eine große Rolle – ob als Egg-Shape-Mantel mit Raglanarm, als Kleid mit aufgesetzter Brusttasche und Tunnelzug in der Taille oder als verkürztes Boxy-Jäckchen als Partner zum weich fließenden Seidenkleid. Die grafischen Linien ziehen sich durch die ganze Kollektion, deren Looks mit dem Spiel aus Laissez-faire und Ernsthaftigkeit kokettieren.

AQUILANO.RIMONDI. Magie liegt in der Luft. Das Designer-Duo holt den venezianischen Karneval auf den Catwalk. Harlekinartige Silhouetten, Pailletten-Plättchen, Volants und Schößchen. An schmückenden Elementen wird nicht gespart. Dem femininen, geschmückten Stil, für den das Duo bekannt ist, bleibt es ein weiteres Mal treu. Das Spiel mit Volumen steht im Vordergrund. Gürtel im Obi-Stil setzen die Taille in den Fokus, spitze Corsagen-Bustiers lenken den Blick auf Schultern und Dekolletee. Glänzende Stoffe verkörpern Materialreichtum. Auch Muster-Mix spielt eine große Rolle. Grafische Drucke, exotische Masken, Streifen und orientalische Muster. Allen voran aber: das typische Harlekin-Muster, die Raute, die sich auf fast allen Entwürfen wiederfindet. Neben den Karneval-Elementen richtet die Kollektion aber auch den Blick in Richtung Asien. Kimonoartige Gewänder, Blumenstickerei, abgesetzte Satinborten bestimmen das Bild. Eines der wichtigsten Elemente ist auch das Colorblocking. Viel Schwarz-Weiß, dazwischen immer wieder kräftiges Koralle und Violett.