Was hätte man von der Boss-Menswear-Show in New York nicht alles erwarten können. Sportswear-Power bis zum Abwinken, um der Anzug-Klientel einen frischen Boss-Lifestyle für Feierabend und Wochenende schmackhaft zu machen. Einen Farb-Flash, um Highlight-Teile wie Sweater und Sneaker mit hohem Wiedererkennungswert zum Gegenstand eines Social Media-Hypes werden zu lassen. Oder eine messerscharfe Anzug-Botschaft, die sich glasklar abhebt von dem, was die Mailänder Luxusschneider einige Tage vorher über den Catwalk schickten.

Stattdessen, und so viel darf man sagen, ging der neue Kreativkopf Ingo Wilts eher auf Nummer sicher. Und das heißt nicht, dass das, was man da in Amerika sah, langweilig war. Im Gegenteil. Boss zeigt sich edel, schön, entspannt. Die Klassik ist inspiriert von der Schnittführung der Boss-Kollektionen der 80er- und 90er-Jahre. Viel Volumen ist wieder da, wo Volumen heute sein muss, um als modern zu gelten. Kerniger Fischer-Strick, markante Ring-Puller und federleichtes Nylon erneuern die Sportswear. Wuchtige Statement-Mäntel und Parkas komplettieren das neue Spiel der Silhouetten. Big is beautiful.

Es war nicht das große Wow. Und vermutlich sollte die Show das auch nicht werden. Zu leise wurde das  Event im Vorfeld kommuniziert. In Metzingen will man nichts überstürzen. Der neue Vorstand um CEO Langer nimmt sich ganz bewusst die Zeit, um die Marke weltweit neu aufzustellen und klar zu positionieren. Step by step geht es voran. 2,8 Mrd. Euro Umsatz stehen auf dem Spiel. Das Signal, das aus den USA nach Deutschland kommt, heißt deshalb: Modernität ja, doch für Crazyness ist noch nicht der Moment.

Unternehmen

Hugo Boss sieht sich auf gutem Weg

Hugo Boss-Store
Unternehmen

Marke, Preise, Vertrieb – alles neu bei Hugo Boss

Hugo-Boss-Strategie
Unternehmen

Hugo Boss: Umsatz und Gewinn sinken

Hugo Boss-Store