Von „brillant" bis „zu eintönig" lauteten die Kommentare über Marc Jacobs Kollektion. Der Designer machte zumindest sehr deutlich, um was es sich bei ihm im Sommer dreht: Streifen in allen Variationen. Phillip Lim überraschte das Fashion-Publikum mit manipulierten und wieder neu zusammengestellten Kleidungsstücken.

MARC JACOBS. Schmale Streifen, breite Streifen. Matte Streifen und glitzernde Streifen. Lange und kurze Kleider, Mäntel, Kostüme, T-Shirts, alles mit Streifen. Selbst Absätze mit Streifen... Marc Jacobs setzt für Sommer 2013 eine ganz klare Linie, die nur durch eine Handvoll Unis und einen Pulli mit Mickey Mouse-Motiv unterbrochen wurde. Die Meinungen sind geteilt. „Zu eintönig“, „zu bohemian“ sind nur zwei von vielen kritischen Kommentaren, die während der Show zu hören waren. Aber das Enfant Terrible der New Yorker Modeszene wurde auch gelobt. „Brilliant“, murmelte eine begeisterte Zuschauerin beim Abschlußbild.

PHILLIP LIM. Mix und Match vom Feinsten. Zum Frühjahr 2013 hat sich Phillip Lim von der „Cut-up“-Technik aus der Dada-Literatur der 20er Jahre inspirieren lassen. Er überträgt dieses Prinzip auf die Mode, indem er Kleidungsstücke zerteilt, manipuliert und dann neu zusammenstellt. „Dies ergibt eine interessante Spannung zwischen Street und Eleganz“, erklärt er das Ergebnis – darunter Flatterkleider im Muster- und Materialmix, Overalls mit Blumendessins und Hosen mit graphischem Patchwork. Zu den aufwendigsten Teilen gehören Hosen mit Wickelelementen, die aussehen, als sei ein Oberteil um die Hüfte geschlungen, und in vertikale Streifen zerrissene Jeans, die anschließend mit außen liegenden, fransigen Nähten wieder zusammengesetzt wurden.

DONNA KARAN. Kleider wie Skulpturen. Die Designerin bleibt ihrer ausgeklügelten Handschrift zum Sommer 2013 treu und bietet eine große Auswahl an aufwendig konstruierten Kleidern aus weich fließendem Seide/Viscose-Jersey oder festem Seide/Leinen-Gemisch. Typisch sind sanfte Drapierungen, eiförmige und ovale Röcke mit vielen, oft schräg verlaufenden Teilungsnähten und eine architektonische Schnittführung. Die Farbpalette ist von der Natur inspiriert, darunter Meerblau, Jade und ein warmes Rosarot. Dazu perfekt geschnittene Kurzblazer oder Kurzjacken mit üppigem Fransendekor – fast wie Marabufedern.

BELSTAFF.
Designer Martin Cooper hat Elemente aus den Archiven der Marke für nächsten Sommer modernisiert. So beispielsweise das klassische Belstaff Trimaster Jacket – jetzt neu aufgelegt in feinem Leinen-Twill mit Ledereinfassungen. Außerdem gibt es eine Reihe fließender Seidenkleider mit interessanten Leder-Details. Die Dessins sind von den Streifen antiker Koffer inspiriert. In groben Leinen-Canvas wurden die Streifen gleich eingewebt, auf weicher Seide kamen sie als Druck zum Einsatz, und bei Motorradjacken aus Canvas wurden sie durch aufgesetzte Lederschnallen nachempfunden.