Avantgardistisch, monochrom, düster. Hohe Kragen, asymmetrische Zipper und immer ein Hauch Gothic, der mitschwingt. Das ist Yohan Serfaty. Das ist das nächste große Designtalent aus Frankreich, so murmelt man immer mal wieder in der Fashioncrowd, wie auch dieser Tage während der Paris Fashion Week. Seit 2008 macht der gebürtige Marokkaner DOB, zwei Jahre später kam HAKA dazu. Eigentlich als Experiment ins Leben gerufen wird Y-Project mittlerweile sehr gut im Topfashion-Handel besprochen.

Es ist vor allem der ungewöhnliche Umgang mit Leder, den seine Fans immer wieder hervorheben. Und sein Talent für spezielle Performances. Dieses Mal in Paris lud Yohan Serfaty in die Notaufnahme. Models auf Metallbetten, mit Augenschutz und iPod-Plugs in den Ohren, nur scheinbar K.O. wie nach einem 17-Stunden-Flug. Ein lautes Klingeln lässt sie aufspringen, um ihre Outfits in schlammigen und hellen Naturtönen vorzuführen. Jacken und Hosen in ergonomischen Formen, etwa mit Dehnzonen an Knien oder Ellbogen, mit Zippern und Häkchen, mit denen Bequemlichkeit erhöht wird oder sich Formen verändern lassen. Zu den innovativen Materialien gehören Rentier- und Känguru-Leder in diversen Finishes, Maschenstoffe und Voile aus gewebtem Papier.

Eine ausführliche Analyse der Pariser Männermodeschauen zum Frühjahr 2013 lesen Sie in der TW 27, die am 5. Juli 2012 erscheint.