New York, Tag 6. Die ganz großen Namen stehen noch aus. Doch schon jetzt kristallisieren sich einige Topics der New Yorker Designerschauen heraus. Alle beschäftigen sich weiterhin mit lockeren Silhouetten. Die Hosen sind entweder deutlich ausgestellt oder fallen von oben weit herab. Und Culottes? Allgegenwärtig. Dazu kommen obenherum in der Regel oversized Teile – kastige Tops, superweite Blousons und hüllige Mäntel. Extremer Lagenlook und wagemutiger Mix von Materialien gehören zum Kombinationsprinzip. Nicht nur hier – über Patches – machen sich 70er Jahre-Einflüsse bemerkbar. Mehr noch im Umgang mit Farbe: Die Designer setzen Curry, Gelb, Zimt, Petrol, Türkis und die tiefen Edelsteinfarben als starken Kontrast zu Noncolours. Und zwar, anders als hierzulande, nicht nur zu hellen Natur, Grau- und Pudertönen.

Das Bild in NY ist bislang vergleichsweise dunkel. Bis hin zu tiefschwarz: Alexander Wang hat seine Kollektion fast ausschließlich in Schwarz über den Laufsteg geschickt. Sie wirkt auf den ersten Blick etwas martialisch. Doch ignoriert man das leicht provokante Styling und die Hardcore-Plateau-Schnürer ist es eine durchweg tragbare Linie. Mit Absicht: „Die Kunden wollen Schwarz“, hat Alexander Wang vor seiner Show gesagt, „also bekommen sie es.“