Editor's Choice. Die besten Schauen zum Herbst/Winter 2013 aus New York, Tag fünf: Carolina Herrera, Phillip Lim, Donna Karan, Thom Browne und Marc by Marc Jacobs. Viel Pelz, jede Menge Capes und flauschige Strickkleider – frieren müssen die Frauen im nächsten Winter wohl nicht. Am fünften Tag der New Yorker Schauen zeigten die Designer größtenteils elegante, aber dennoch alltagstaugliche Looks, garniert mit einer Prise Romantik und Humor.

Carolina Herrera.
Carolina Herrera überzeugt mit Romantic plus Edge: fließende Kleider in zartem Pastell erhalten durch schwarze Einfassungen eine herbere Note und edle Seidenmäntel bekommen durch partielles Nieten- und Schmuckstein-Dessin einen „rockigen“ Anklang. Wie die meisten der amerikanischen Top-Designer setzt auch Herrera stark auf Pelz. Sie zeigt Kostüme, Mäntel und weich fließende Kleider mit feinem Pelzkragen, Pullis mit frontalem Nerz- oder Ponyfelleinsatz, üppige Pellerinen aus weichem Fuchspelz und ein Bustierdress mit Nerzblende am Top. Perfekt für ein Business-Meeting sind cleane, schwarze Anzüge sowie Anzüge und Kostüme aus Tweed.

Phillip Lim. Miniröcke und weite Shorts mit Sandalen und Stulpen, die bis über das Knie reichen. Karohosen mit Ledertops in Sweatshirt-Optik und freche Jumpsuits mit kerniger Lederweste sind typisch für die Handschrift des aus Bangkok stammenden Designers. Etwas sanfter wird der coole „Downtown“-Look durch flauschige Strickkleider und –pullis, Felljacken in Patchwork und einige sehr klassische Jacken und Mäntel in Blazer-Optik. Einen ungewöhnlichen Kontrast dazu bilden zwei klassische Anzüge in Blau und Grau – fast so, als wollte Lim den Müttern seiner Kundinnen auch ein paar Teile anbieten.

Donna Karan. Black Beauty. Hautenge schwarze Kleider mit schwingendem Cape oder in Kombination mit kuscheligen Pufferjacken, schlichte Blazermäntel mit Pellerine aus schwarzem Pelz und Ponyfellmäntel mit separatem, breitem Pelzkragen – wenn es nach Donna Karan geht, wird sich die New Yorkerin im nächsten Winter elegant, aber dennoch warm kleiden. Bei den für die Kollektion typischen körpernahen Kleidern dominieren Wickeleffekte, Drapierungen, transparente Einsätze und schwingende Stoffbahnen, die wie Schals oder asymetrische Capes in die Schulterpartie integriert sind.

Thom Browne. Dornröschen meets Lady Dracula meets verfremdete Geisha. Genauso sehenswert wie die Kollektion ist die Inszenierung der Thom Browne-Kollektion: Ein karger verschneiter Wald mit vereinzelten Feldbetten. Darauf festgeschnallt: schöne Jünglinge in grauen Anzügen. Wie in einem verwunschenen Internat für Hänsel und Gretel. Durch diese (Alb-)Traumwelt schritten die Models in eng taillierten „Reifrock“-Kleidern und Anzügen mit kastigen Jacken, teils mit überdimensional ausladenden Schultern. Besonderer Hingucker: eine Serie mit blutroter Spitze, die durch vereinzelt aufgebrachte Rosenblätter noch betont wurde.

Marc by Marc Jacobs. Die Zweitlinie des New Yorker Designers ist deutlich erwachsener geworden. Knielange, schmale Kleider und schwingende Röcke in grafischen Dessins, elegante Röcke mit braven, weiß eingefassten Karoblusen und wadenlange Hosen mit kastigen Sakkos sind definitv bürotauglich. Dazu karierte Kurzmäntel mit unifarbener Abseite und freche Kurzmäntel aus Pelz mit Rundhals und frontalem Zipper. Die nötige Prise „Fun“ kommt in erster Linie durch freche Oberteile und T-Shirts, eine Reihe von Minikleidern aus Satin und einen komplett bedruckten Overall ins Spiel.