Bye Bye New York. Nach acht Tagen und über 100 Defilees geht die New York Fashion Week zu Ende. Bevor die Branche nach London weiterfliegt, trifft man sich zum Finale bei Marc Jacobs. Seine Show will niemand verpassen. Ein Highlight, meist ein Gegenentwurf zu den meisten anderen Schauen. So auch dieses Mal: In einer dunklen, dystopischen Szenerie zeigt Marc Jacobs eine genauso dunkle Kollektion. Editor's Choice: die Top drei Schauen vom letzten Tag:

Gallery: Ralph Lauren F/S 2014



Ralph Lauren. Farb-Explosion. Ralph Laurens Show began ganz unschuldig in cleanem Schwarz/Weiß: Minikleider mit bravem Bubikragen, Shorts mit Streifen-Pullis, weißer Bluse und schnittigem Blazer und Streifenkleider mit Volantsaum sind nur einige von vielen braven College-inspirierten Looks. Dazu schwarze Kniestrümpfe und schwarze Lackschuhe, schwarz/weiß gemusterte Krawatten und Harry Potter-Brillen. Dann wurde es sexy mit psychodelisch gemusterten und karierten Sixties-Kleidern in A-Linie, schwarz/weiß geblümten Regelmänteln und schnittigen Anzügen. Zur Halbzeit der Show überraschte Lauren mit einem unerwarteten Griff in den Farbtopf. Die Formen blieben ähnlich, die Farben explodierten: Grell-Grün, Neon-Gelb und leuchtendes Orange, Knallrot und Kobaldblau kamen sowohl für freche Mod-Minis wie auch für die dramatischen Abendkleider des Designers zum Einsatz.

Gallery: Calvin Klein F/S 2014



Calvin Klein. Dekonstruktion in Bestform. Zu seinem zehnjährigen Jubliäum hat Calvin Klein-Designer Francisco Costa seinen minimalistischen, dekonstruierten Look durch ungewöhnliche Materialien noch verstärkt. Lose gewebte Stoffe mit partiell gezogenen Fäden wirken wie grobes Netz, Säume sind meist offen und oft fransig, und breite, offene Seitennähte und gewollte Überlappungen geben den Blick frei auf die kontrastfarbige Abseite von hellbeigen Doubleface-Stoffen. Die meisten Teile wirken irgendwie unfertig: Reverskragen hängen lose von Jacken herab; Mäntel, Kostüme und Trägerkleider aus Tweed haben fransige Kanten an Saum, Trägern und Seitennaht; und extrem breite Umschläge an Hosensäumen und Bund wirken, als sei der Schneider nicht ganz mit der Arbeit fertig geworden.

Gallery: Marc Jacobs F/S 2014



Marc Jacobs. Apokalypse Now. Während draußen vor der Armory zum Abschluß der erste und einzige Gewittersturm der Fashion Week donnerte, schickte Marc Jacobs in apokalyptischer Atmosphäre eine Edwardisch anmutende Kollektion über wackelig wirkende Holzstege, antike Teppiche und dunkle Gassen. Das ganze vor blau ausgeleuchteten Gardinen, die wie Wellblech-Wände einer utopischen Ruinenstadt wirkten. Die ersten Models sahen aus wie kleine Jungs – mit knielangen Bermudas und übergroßen, aufwändig dekorierten Jacken. Weiblicher eine Serie bodenlanger Kleider in plakativen Blattmuster-Drucken. Das gleiche Dessin kam anschließend bei warm-farbigen Wollstoffen für Kleider und Kostüme mit schmalen Röcken und voluminösen Tops zum Einsatz. Außerdem: wadenlange Pailletten- und Spitzen-Kleider, teils in Kombination mit Sweatshirts, und dramatische Abendkleider, die auch vor dem Kamin im Winter getragen werden können. Sehr dramatisch, aber nicht besonders sommerlich.