Durchhaltevermögen. Während in Mailand (6 Tage) und London (5 Tage) längst Schluss wäre, geht es in New York munter weiter. Auch an Tag sieben zeigen große Namen wie Oscar de la Renta, Marchesa, Michael Kors und Proenza Schouler. Das Design-Duo hinter Schouler, Lazaro Hernandez und Jack McCollough, hat mittlerweile zum dritten Mal den renommierten CFDA Award erhalten, was die beiden zu den im Moment wichtigsten New Yorker Designern macht. Die Kollektion zum Frühjahr/Sommer 2014: ein perfektes Abbild unserer eklektischen Kultur, ungewöhnlich ohne Ethno-Anleihen, urbaner, futuristischer als zuvor.

Gallery: Proenza Schouler F/S 2014



Proenza Schouler. Ruhiger Gegenpol. Mit ihrer Sommer-Kollektion boten die beiden Designer einen ruhigen Gegenpol zu der Flut an transparenten Flatterkleidern, die bis dato die Mercedes-Benz Fashion Week dominierten. Aus weichen Stoffen mit sattem Griff kreierten die beiden gradlinige Outfits in grafischer Linienführung, die oft durch kontrastierende Blenden oder Einsätze noch betont wird. Interessant die Experimente mit großflächigen, uni Pigment-Drucken auf weißem Untergrund, der an Kanten und Nähten teilweise durchschimmert und so die einzelnen Schnitt-Teile der Modelle hervorhebt. Auf vor dem Druckprozess kompliziert gefältelten Stoffen ergibt sich so ein Dessin, das an verzweigte Äste erinnert. Weiblicher eine Gruppe von Kleidern mit knöchellangen Plisseeröcken in Schwarz oder Weiß mit partiellem Lamé-Druck in Silber, Gold oder Kupfer. Besonders schön: Ein Lurex-Strickkleid mit bodenlangem Plissee-Rock.

Gallery: Narciso Rodriguez F/S 2014



Narciso Rodriguez. Cleane Cuts. Die für Narciso Rodriguez‘ Handschrift typische grafisch-minimalistische Linienführung wird in der Kollektion regelmäßig durch Looks in kontrastreichem Colorblocking von Schwarz und Weiß oder Wolle und schimmerndem Leder hervorgehoben. Zwischendurch sorgen sanftere Farben und für den Designer eher ungewöhnliche brokatartige Dessins für eine softere Interpretation des Looks. Kernstück der Kollektion sind sogenannte „Half-Skirts“ – freche Shorts mit frontalem Wickelrock-Effekt. Sie werden entweder mit sehr cleanen Oberteilen und Jacken kombiniert oder zu softeren Tops mit wehendem Feder-Dekor gestellt. Außerdem: Minikleider mit asymmetrischen Effekten und eine Reihe transparenter Slip-Dresses mit partiellem gebondetem Spitzen-Effekt über schemenhaft erkennbarem Bustier und Höschen.

Gallery: Michael Kors F/S 2014



Michael Kors. 40ies meet 70ies. „Zum nächsten Sommer wollte ich zur Abwechslung mal etwas ganz Romantisches machen”, erklärte Michael Kors vor seiner Show gegenüber der TW. Inspiration war ein Mix von Audrey Hepburn der 40er und Lauren Hutton der 70er Jahre. Typisch für den sexy aber dennoch verhaltenen Look ist ein Häkelkleid aus Baumwolle/Kaschmir, das unter der braven Silhouette das Bein erahnen lässt. Unter „Luxe meets Denim“ hat Kors Kleider und Kostüme aus Indigo gefärbtem Baumwoll/Kaschmir-Gewebe geschneidert, die per Hand mit Blüten aus Bast bestickt wurden. Handbestickt mit weißen Mikro-Pailletten auch die weißen Blumenprints bei einer Reihe von Retro-Kleidern. Außerdem gibt es auch nächsten Sommer wieder eine gute Auswahl an super-eleganten Sportswear-Looks, für die der Designer seit Jahren bekannt ist. Highlight ist u.a. ein T-Shirt aus hauchdünner Alligator-Haut. Für kühle Sommerabende dazu luxuriöse Nerz-Wraps und softe Strickjacken.