Sonntag, Offsite: Pier 94. Alexander Wang verlangt seinem Publikum Einiges ab. Er kann es sich leisten, New York liebt sein Wunderkind. Noch mehr, seitdem er Chefdesigner bei Balenciaga ist, scheint es. Er steht für eine neue Generation junger Designer, die die Zugkraft von New York stärkt.

Gallery: Alexander Wang F/S 2014



Alexander Wang bleibt bei seiner schlichten, sehr grafischen Linienführung. Die interessanten Cuts werden teils durch kontrastfarbige Steppnähte, breite weiße Kummerbund-Effekte, kontrastfarbige Taschenklappen und lange frontale Schlitze hervorgehoben. Mini- und knielange Röcke haben tiefe Falten, und Blusen mit asymmetrisch zur Seite verlaufenden Kanten geben den Blick auf den Bauch frei. Die wenigen Hosen in der Kollektion haben Volumen im Hüftbereich und sind an Taille und Saum recht schmal geschnitten. Schön ist eine Handvoll knielanger Sommerkleider, während kurze BH-Tops mit breitem Volant eher gewöhnungsbedürftig sind. Interessant das Spiel mit seinem eigenen Logo – als Schriftzug in Laser-Cutout auf Oberteilen, Jacken, Ärmeln und langen Lederhandschuhen oder als grafisches Dessin auf Gürteln und Tops.

Gallery: BCBG Max Azria F/S 2014



BCBG Max Azria.
Als „selbstbewusste Eleganz“ und „mutigen Chic“ bezeichnet Max Azria die Inspirationen für seine Kollektion zum Sommer 2014. Bei den ersten, sehr cleanen Teilen dominiert edles Schneeweiß und zartes Colorblocking für dekonstruierte Shirt-Kleider, lange Trench-Westen, Blusen mit tiefen Falten oder Revers und knieumspielende Röcke. Interessante Effekte entstehen durch BH-Einsätze, asymmetrische Linienführung und sexy Cutouts, teils im Rücken von frontal sehr brav wirkenden Oberteilen. Dramatischer anschließend die Looks mit Jacken und Tops in Reptilien-Druck, cleanen Jacken in abgemildertem Motorcycle-Look und impressionistischen Blumendrucken, teils im Mustermix mit transparentem Tüll und neutralen Unis. Die wenigen Hosen sind weit geschnitten, taillenhoch und werden mit kurzen, bauchfreien Tops kombiniert.

Gallery: Peter Som F/S 2014



Peter Som. Op-Art at the Beach. Zum kommenden Sommer schickt der New Yorker Designer Peter Som seine coolen „Downtown Girls“ an den Strand. Sexy Bikinis mit taillenhohen Höschen werden mit Blazern, kastigen Kurzblousons und Smoking-Mänteln kombiniert. Interessant das Spiel mit schwarz/weißen Streifen und ein dreifarbiger Marmor-Print, der wie ein gequirlter Farbtopf aussieht. Som bleibt bei dem für ihn typischen Spiel von maskulin und feminin. Zu den Hinguckern gehören kastige Sweatshirts aus Neopren, Bermudas und Shorts im Stil von abgeschnittenen Anzug-Hosen und ein beiger Popelin-Mantel mit Leder-Patchwork in schwarz/weiß/grauem Op-Art-Dessin.

Gallery: Jason Wu F/S 2014



Jason Wu. Bekannt ist der aus Taiwan stammende Designer u.a. durch seine Arbeit für Präsidentengattin Michelle Obama, deren durchtrainierte Oberarme in seinen „Power-Dresses“ besonders gut zur Geltung kommen. Zum nächsten Sommer ist sein Look deutlich softer geworden. Es dominieren fließende, zum Saum hin semitransparente Pailletten-Kleider, vorn zum Teil mit hohem Schlitz. Diese werden gekonnt mit legeren Trenchcoat-inspirierten Blousons oder Blazermänteln mit langen Revers und aufgesetzten Taschen kombiniert. Schmale Safari-Röcke bekommen durch zarte Glitzertops eine glamouröse Note, und fast mädchenhaft sind zarte Kleider und Tops mit Wäsche-Elementen und viel Transparenz. Besonders edel: das Farbspiel von Beige mit Gold und Weiß mit Silber für einen glamourösen Safari-Look.

Gallery: Prabal Gurung F/S 2014



Prabal Gurung schickte die Models in seiner Show alle gemeinsam auf die Bühne, wo sie sich hinter einem transparenten Plastikvorhang in Reih und Glied aufstellten. So war die dramatische Farbenpracht und Detailvielfalt der Kollektion gleich auf den ersten Blick erkennbar. Typisch für die anschließend einzeln präsentierten Styles sind überdimensionale abstrakte (Blumen-)Drucke, transparente Einsätze, miederartige Wäschelemente, große 3D-Applikationen und ein interessantes Spiel mit Materialien inklusive PVC, Brokat, Satin und Tweed. Inspiration waren Marilyn Monroe, die 50er Jahre und stachelige Rosen. Hautenge Bustierkleider haben massive rückwärtige Schleifen, partielles Feder- und Strass-Dekor. Lange Bleistift-Röcke und wadenlange Röhrenhosen werden mit voluminösen Blusen, lässigen Blousons oder kastigen Mänteln kombiniert.