Céline war das Highlight des Pariser Sonntags. Vielmehr, es ist ein Highlight dieser Saison.  Phoebe Philo hat erneut unter Beweis gestellt, dass sie aus gutem Grund momentan zu den wegweisenden Designern zählt.  Sie bleibt bei der grundsaetzlich cleanen und geradlinigen Handschrift. Doch sie setzt sie noch leichthändiger, spielerischer in Szene. Kontrastfarbige Reißverschluesse und Paspelierungen sind nur kleine Details in diese Richtung. Colourblocking ist da schon etwas großräumiger. Vor allem aber setzen subtile Folklore-Einflüsse belebende Akzente: mal kleine, geometrische Ethnodessins, mal ein Judo-Gürtel, mal Details von asiatischen Steppjacken. Kimono- und Djellabah-Anklänge passen sowieso hervorragend in die Phoebe Philo-Welt.  Die lebt erneut vor allem vom spannenden Zusammenspiel kompakter und sehr zarter, luftiger  Stoffe. Sensationelle Wickelröcke in Glattleder treffen auf Popeline-Blusen mit Riesenmanschetten, weiße Schwesternhemden auf flatternde Chiffonhosen. Eigenwillig, kühl, doch durchaus feminin und charmant - Céline bleibt ein Maßstab für das, was die Branche als modern versteht.