Ganz anders als Prada vor wenigen Wochen, ganz anders als viele sonstige Designerkollektionen, sehr ruhig und ziemlich dunkel - so beschließt Miu Miu am Mittwochnachmittag die überlange Pariser Schauenwoche. Und damit auch den internationalen Schauenreigen zum Sommer 2012. Doch sommerlich ist es einem erst einmal kaum zumute, wenn man die Um- und Überhänge sieht, die Miuccia Prada den Models in schwarzer Spitze oder Satin um die Schultern legt und mit einer dicken Schleife verschließt.  Bordeauxfarbene Kleider mit toniger Folklore-Stickerei vor dem Bauch, rauchblaue Röcke in A-Silhouette zu  braven Bustiers. Kreuzbandagen, die lose Blusen und Röcke auf Form bringen. Blumen- und Folklore-Muster als kompakte Patch-Motive - all das ist wieder einmal ein sehr eigener Vorschlag der Designerin. Die Stoffe sind längst nicht so fließend wie zurzeit üblich, die Farben längst nicht so sonnig. Aber vielleicht weist Miuccia Prada damit wieder einmal einen ganz anderen, neuen Weg. Es heißt, die Kollektion sei sehr kurzfristig entstanden - womöglich drückt sich darin angesichts der globalen Wirtschaftsunsicherheiten ein neuer Realismus, eine neue Zurückhaltung aus. Und die viele Spitze? Die wäre eine zeitlose Anschaffung. Denn was lässt sich für besondere Anlässe immer wieder herausholen aus dem Schrank - wenn nicht ein Spitzenkleid oder gar ein ganzes Ensemble?