Nicht nur die Räumlichkeiten waren andere in dieser Saison: Auch die Kollektion, die Albert Kriemler über den Laufsteg schickte, war etwas weniger elegant, dafür einen Touch cooler, ohne an Luxus und Anspruch einzubüßen. Vielleicht lag es auch nur daran, dass der Schweizer zu einem nougatfarbenen Cape und farblich passenden Strumpfhosen High Heels mit bananenförmigen Absätzen kombinierte. Kriemlers gekonnter Umgang mit Materialien war ganz sicher verantwortlich dafür: Vikunia mit Doubleface für hauchdünne Mäntel, Cashmere und Leder für schmale Kleider, Doubleface-Cashmere für Blousons mit Pelzkapuze. Kriemlers Vorliebe für architektonische Formen - diese Saison war der österreichische Architekt Joseph Maria Olbrich Inspirationsquelle - zeigte sich außer in den Silhouetten in einem speziell entwickelten Druck: Der Hochzeitsturm von Olbrich, der auf der Mathildenhöhe in Darmstadt steht, zierte Kleider und Oberteile.