Editor's Choice. Die besten DOB-Modeschauen zum Sommer 2013 aus Paris, Tag acht und neun: Chanel, Valentino, Alexander McQueen, Louis Vuitton und Miu Miu. Chanel zeigt sich cooler und frischer. Geballte Sexyness bei McQueen, und bei Louis Vuitton wird Schach gespielt.

CHANEL:
Vielleicht ist Karl Lagerfeld bei Chanel auf der Suche nach Kundinnen, die so alt sind wie seine Models. Die 80 Outfits zählende Chanel-Kollektion wirkte frischer, grafischer, moderner, und das auch dank cooler Stoffe. Schlichte Formen ohne schmückendes Froufrou dominieren. Die Silhouette, in der Kleider und Röcke vorherrschen, ist minikurz. Lagerfelds Lieblings-Outfit der Saison ist das Jacket-Dress, mit schmalen Bustier-Kleidern zu superkurzen Halbarm-Jacken, die knapp über den Busen reichen – in grafisch gemusterten Stoffen oder aus bunten, handgewebten Tweeds. Schwarz und Weiß bilden die Basis der Farbpalette, dazu kommen kräftige, satte Töne.

VALENTINO: Valentino überzeugt in Paris mit einer deutlich abgeräumteren, ruhigeren Kollektion als in der Vergangenheit, die jedoch nach wie vor der Weiblichkeit huldigt. Negligee-inspirierte, teils partiell bestickte oder großflächig mit Biesen verzierte Kleider, daneben Kombinationen aus transparenten Seidenblusen zu geschmückten Bleistiftröcken: Valentino zeigt eine moderne Femininität, die der eigenen Identität stets genügend Raum gewährt. Die für Valtentino typischen bodenlangen Abendkleider spielen vielfach mutig mit Transparenz und gemäßigten Cut-outs. Wichtige Materialien sind Seidenchiffon und Seidentaft, daneben steht Brokat.

ALEXANDER MCQUEEN: Kraftvoll und gleichzeitig sehr sexy wirken die Frauen, die Sarah Burton für Alexander McQueen über den Laufsteg schickt. Sie tragen kurze Boleros über langen Bustiers oder ärmellose Jacken mit viel Dekolletee zu schmalen, wadenlangen Hosen aus schimmernden grafisch gemusterten Jacquardstoffen in Schwarz und Honigtönen. Sie betonen ihre Wespentaille mit einem breiten Gürtel und tragen Netz-Söckchen in spitzen Plateau-Sandaletten. Eine weichere Variante für den Abend zeigt lange Ballkleider für Debütantinnen, mit weiten Röcken aus Schichten von zarten, bestickten Stoffen.

LOUIS VUITTON: Marc Jacobs’ Schau für Louis Vuitton sendet eine starke Mode-Botschaft aus und bildet wieder einen Höhepunkt der Fashion Week in Paris. Drehpunkt der grafischen, von den 60er Jahren und dem Bildhauer Daniel Buren inspirierten Kollektion war das Schachbrettmuster „Damier“ der Marke. Es wurde ergänzt durch abstrakte Blumen. Schachbrettkaros kommen in verschiedenen Größen und in plakativer Zweifarbigkeit – Ecru mit Schwarz, Zitrone, Schoko, Blattgrün und Beige – auf schlichten Styles in gerader H-Linie. Sie zeigen kurze oder hüftlange Jacken zu schmalen Kleidern und Röcken in drei Längen, Mini, Midi, und Maxi.

MIU MIU: Die Kollektion von Miuccia Prada schloss die Pariser Fashion Week auch diesmal mit einer überraschenden Schau ab. Sie mischte Workwear- und Couture-Inspirationen für schlicht und elegant wirkende Ensembles: Lange, komfortabel geschnittene Formen sind aus Dark Denim, das Innenfutter aus Satin. Teils taucht Satin auf der Oberseite auf, gekrinkelt und mit übergroßen Tie-Dye-Drucken, in kragenlosen, knopflosen Mänteln und Kleidern. Pelz-Stolen bringen Couture-Feeling in eine avantgardistische Sommer-Kollektion.