Editor's Choice. Die besten DOB-Modeschauen zum Sommer 2013 aus Paris, Tag sechs: Kenzo, Céline, Hermès und Givenchy. Kenzo ist im Dschungel-Fieber. Designerin Phoebe Philo zeigt sich ungewohnt weich. Hermès reist nach Asien und Givenchy mag es für kommenden Sommer eher züchtig.

KENZO: Kenzos Designer-Duo Humberto Leon und Carol Lim folgen der Dschungel-Thematik, die schon die Menswear für Sommer 2013 geprägt hat. Die Styles für Frauen sind vorwiegend in Grüntönen von Khaki bis Minze und kräftigen Gelb-Orangetönen gehalten und zeigen eine breite Palette von Prints, die an die Pflanzen- und Tierwelt des Dschungels erinnern und teils grafisch verfremdet und abstrakt daherkommen. Die Garderobe enthält sportliche gegurtete Jacken und kurze Blousons, Mini-Kleider, eine Auswahl an Röcken, auch in der neuen Wadenlänge. In den Outfits, die nicht nur im Urlaub getragen werden können, spielen diverse Hosenformen immer mit.

CÉLINE: Bei Céline hat Designerin Phoebe Philo anscheinend Wasser in ihren Wein getan. Sie gibt ihrer puristischen Strenge weichere Akzente und vor allem fließende und weichere Stoffe, wie Crêpe-Materialien oder leicht schimmernden Satin. Ein wiederkehrendes stilistisches Element bei Tops, Röcken, Kleidern, die eine gewisse Schlichtheit und gerade Linie beibehalten, sind zwei verschlungene Stoffbahnen – fast eine Schleife. Aber eben nur fast. Philo bleibt für den Sommer bei schlichtem Schwarz und Weiß und fügt etwas Khaki-Beige und Rosa hinzu.

HERMÈS: Die Einflüsse aus Asien gehen auch an Designer Christophe Lemaire nicht spurlos vorbei. Seine Kollektion könnte man als eine Art Zeitreise vom traditionellen Asien ins moderne Asien bezeichnen. Fernöstliche Mosaik-Prints, Palmen- und Lotusblütenblätter, Drachen- und Vogelfeder-Prints zieren seidene Zweiteiler, kurze Kleider, Tops und Röcke. Gegen die verspielten Teile stehen die fast architektonisch anmutenden Entwürfe: Cognacfarbene Lederkleider mit großen Kragen, die durch Gurt-Konstruktionen Stand und Festigkeit erhalten. Gurte und Hosenträger sind immer wiederkehrende Elemente in Lemaires Kollektion, mal bei Einteilern, mal bei kurzen Shorts. Zu den Highlights der Kollektion zählen eine kobaltblaue Kroko-Shorts und ein cognacfarbener Lederrucksack.

AKRIS: Für seine Geburtstagskollektion hat Akris’ Designer Albert Kriemler 90 Outfits entworfen, ebenso viele wie das Schweizer Unternehmen Jahre zählt. Das Thema Dschungel inspirierte ihn zu den Farben der Kollektion – neben schwarz und weißen Holztönen, subtil abgestufte Blattgrüntöne, Gelb-Orange und Orchideenfarben. Schlichte, raffinierte Eleganz, die Handschrift von Akris, prägt Jacky-O-Kleider, Jacken und Tops zu in Falten gelegten oder schmalen langen Röcken oder schmalen Lederhosen. Kriemler spielte darin wieder mit der Raffinesse Schweizer Stoffe: geometrisch gemusterte Spitze, Panneaux-Stoffe, pelzige Effekte, und ein Print-Motiv, das einen Garten des brasilianischen Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx zeigt.

GIVENCHY: Sittsam, brav, fast schon züchtig zeigt sich Givenchy in Paris. Schwarz/Weiß-Optiken dominieren, sie werden partiell durch leichtes Bleu, Rosé und Grau-Nuancen aufgebrochen. Die gemäßigten und weich fallenden Silhouetten reichen stets bis zum Knie. Volants spielen mit der nötigen Weite, finden sich auf Tageskleidern und Blusen und brechen so mit dem strengen, katholischen Look. Der Kollar, ein ringförmiger Stehkragen, der von kirchlichen Oberhäuptern getragen wird, taucht in modifizierter Form durchgängig auf. One-Shoulder-Entwürfe und ärmellose, teils zweireihige Blazer bestimmen den Givenchy-Look von Riccardo Tisci.