Super selektiv, fast schon geheim – so lief die erste Show von Alexander Wang für das Couture-Hause Balenciaga heute Morgen ab. Gestern war die Show sogar zwischenzeitlich vom offiziellen Plan verschwunden. Schauplatz um halb zehn in der Früh: ein ehemaliger Balenciaga-Store in der Avenue George V. Zunächst sind nur die Fotografen zugelassen, die unterzeichnen müssen, dass sie die Fotos nicht vor elf Uhr an die Öffentlichkeit geben.

Dann endlich: die Premiere von Alexander Wang für Balenciaga. Der Look ist runder, weicher als unter Nicolas Ghesquière, trotzdem couturig. Mäntel und Jacken mit runder Schulter, schmale Hosen und Röcke, die taillenhoch geschnitten sind. Aufwendige Materialien, teils mit reichen Oberflächen, Leder in Spitzen-Optik zu kurzen Pelz-Oberteilen. Reduktion in Schwarz und Weiß. Klarlinigkeit, ohne streng zu sein. Unprätentiöser als zuletzt und vielleicht gerade deshalb mit einer Spur mehr Modernität, mehr Kommerzialität.

Die Reaktionen am Rande des Laufstegs sind eindeutig: absolute Begeisterung. „Amazing, amazing. Absolutely beautiful“, schwärmt eine Gruppe amerikanischer Einkäuferinnen. „Unglaublich und sehr Cristobal“, heißt es immer wieder. Oder auch „sehr Alexander Wang, aber gleichzeitig sehr Balenciaga. Eine große Veränderung“. Der Amerikaner hat offensichtlich ein neues, vielversprechendes Kapitel in Paris aufgeschlagen. Eben Cristobal, cool.