Jules Verne hat 80 Tage benötigt, Dries van Noten zwei Minuten. Der Belgier zeigte die wohl reichste und richtungsweisendste Kollektion bisher. Eine Weltreise, ein gesteuerter Clash der Kulturen: Er führt dicke, glänzende Jacquardstoffe in Rot und Gold, opulente Stickereien, inspiriert von chinesischen Dörfern des 19. Jahrhunderts, ausladenden Pelz mit Cotton-Safarihosen zusammen. Arbeitet in fast jedem Outfit mehrlagig, mit dem Kittel als neues Spielteil. Insgesamt bleibt die Silhouette aber androgyn.

Wie auch sonst in Paris. Mit Ausnahmen wie Isabel Marant, die die Taille extrem betont, bleiben Layering, relaxte Silhouetten und Cocooning (Célines Wattierungen!) die Leitmotive. Volumen zu Volumen, in all seinen Facetten, dominiert das Bild, mit großräumigen Strickteilen, schwingenden Midi-Röcken und überlangen Hosen als Protagonisten. Der schönste Strick: bei Acne (fast transparent), Isabel Marant (Troyer), Sacai (allover) und Céline (Jumpsuit).

Die lässigste Silhouette: bei Christophe Lemaire. Licht und leicht, mal mit hülligen Mänteln, mal mit weiten Culottes, deuten alle Outfits darauf hin, um was es in der nächsten Saison geht: mehr Tragweite.