Der internationale Schauenreigen geht weiter. Jetzt steht Paris auf dem Plan. Das Finale und gleichzeitig auch der Höhepunkt der Schauenwochen. Am zweiten Tag setzten der Kroate Damir Doma und der Belgier Dries van Noten erste Highlights. Moderner Lagenlook bei van Noten und ein lässiger, minimalistischer, aber dennoch sehr gepflegter Look bei Doma prägten die Kollektionen.

Dries van Noten. College trifft Club. So ließe sich der dekorative und eigenwillige Mix des Belgiers frei zusammenfassen. Klassische Clubstreifen in Blau, Rot und Ecru treten in Verbindung zu typischen 20er Jahre-Fransendetails. Da gibt es Clubblazer zu wippenden Fransenröcken, aber manchmal auch nur einen winzigen Fransensaum, der unter einem oversized Mantel mit Floraldessin hervorblitzt. Apropos blitzen: An irgendeiner Stelle strahlt oder glänzt jedes Outfit. Mal nur durch eine ornamentale Applikation, die gar nicht besonders groß und wie zufällig auf einem ansonsten cleanen Wollmantel sitzt. Auch strenge Hemdblusen tragen Glitzerstickereien, ganz zu schweigen von den Brokatstoffen in milden Pastellen, die extrem reich wirken, aber zu stumpfen, puren V-Necks kombiniert werden. Dries van Noten bringt wieder einmal ganz unaufgeregt neue Kombinationen und Ensembles auf den Laufsteg: viele Rock-, Schürzen- oder Kleid-Elemente, die über Hosen getragen werden. Lagenlook, und doch ganz anders.

Damir Doma. Ein Highlight des zweiten Tages in Paris, weil gepflegte, angezogene Looks selten so lässig rüberkamen. Casual Gummizüge und Raffungen wirken auf den ersten Blick vielleicht simpel, sind aber mit Schneiderraffinesse und einem genauen Blick für Alltagstauglichkeit eingesetzt. Kein Teil ohne ein unerwartetes Detail, keines ohne subtilen Materialmix. So ist die Kollektion dann doch unterhaltsam, weil es viel zu entdecken gilt. Der in Deutschland aufgewachsene Kroate bringt zwar immer noch kernige Bikerjacken und wehrhafte, zweireihige Mäntel sowie androgyn inspirierte Anzüge mit Bermudas, doch er geht einen deutlich eigenständigen Weg innerhalb der minimalistischen, cleanen Moderichtung.