Editor's Choice. Die besten DOB-Modeschauen zum Sommer 2013 aus Paris. Zu den Höhepunkten am siebten Tag der Fashion Week gehörten Stella McCartney, Giambattista Valli, Chloé und Saint Laurent.

STELLA MCCARTNEY: Hinter den Kulissen fasst Stella McCartney zusammen, worum es in ihrer Kollektion im Kern geht: „Es ist eine Konversation zwischen Männern und Frauen, zwischen Verwegenheit und Zerbrechlichkeit.“ Treffender beschreiben kann man das Spannungsverhältnis ihrer Entwürfe nicht. Gleich zu Beginn präsentiert die Designerin eine Kombination aus transparentem Oversize-Sweater und wadenlangem, transparentem Schlauchkleid, das durch ein ovales Farbfeld zum Hingucker wird. Das Spiel mit großflächigen Farbfeldern führt McCartney auch auf anderen Kleidern fort. Ein Schuss Verspieltheit wird über Kittelkleider in Lochspitze sowie Schößchen transportiert. Im Gegensatz zu den sportlich, schlanken Kleidern stehen kastige Blazer- und Jackentypen mit breiten Schultern und weit geschnittene Bundfaltenhosen, die für einen kühnen Look sorgen. Stella McCartney beweist mit dieser Kollektion wieder einmal, wie leicht es ihr von der Hand geht, lässigen Sporty-Chic und toughen Business-Look miteinander zu vereinen.

GIAMBATTISTA VALLI: Mit einer deutlich ruhigeren, zurückgenommeneren Optik als noch zur vergangenen Saison zeigt sich Giambattista Valli und folgt damit dem allgemeinen Schauen-Tenor in Paris. Vor allem die Non-Colour-Kombinationen aus oftmals ärmellosen, kastigen Blazern mit transparenten Einsätzen zur verkürzten Hose spielen mit der Dynamik aus maskulin zu feminin – ohne den angezogenen Charakter zu verlieren. Weiß, Grau und Schwarz dominieren die Kollektion, die neben fast schon elfenhaften, mit Transparenz spielenden Kleidern auch eine Reihe athletischer Einflüsse verarbeitet. So etwa der Look aus weißer Lederjacke im Blousonstil mit Zipper zur verkürzten Bundfaltenhose, ebenfalls in Weiß. Der Einsatz von Gold, Rot und Spize sorgt für Bewegung im puren, femininen Bild.

CHLOÉ: Zum 60.Geburtstag der Marke, den Chloé mit einer Ausstellung im Palais de Tokyo und mit einer Party während der Fashion Week in Paris feierte, präsentierte Designerin Clare Waight Keller eine unbeschwerte Sommer-Kollektion. Sie variiert Kleider und Ensembles, die schlichte Formen mit sparsam eingesetzten verspielten Elementen zeigen. Volants am Ausschnitt, kurze gepuffte Ärmel, aufgesetzte Stoffblumen oder Plissee-Fältchen als Detail in geschichteten, transparenten Cocktail-Styles, etwas Lurex-Glanz und eine frische, helle Farbigkeit geben knielangen Outfits ihre feminine Note.

SAINT LAURENT: Das Debüt von Hedi Slimane bei Saint Laurent am Montagabend war der zweite Höhepunkt der Pariser Fashion Week nach Dior. Der in Los Angeles lebende Designer variiert zwei Looks in seiner ersten Womenswear-Kollektion, die Ideen aus den Archiven des Gründers der Marke mit Einflüssen aus den 70er Jahren und amerikanischer Rock-Kultur mischen. Über den Laufsteg kamen rockige Ensembles in Schwarz aus engen Hüfthosen, transparenten Blusen mit Schluppen und Schleifen – ein ikonischer Style von Saint Laurent – und Jacken aus teils opulenten, schmückenden, glänzenden Stoffen. Breitkrempige Hüte und High Heels begleiteten den Abend-Look, bodenlange, halb gothisch, halb romantische Styles aus Chiffon.