Editor's Choice. Die besten DOB-Modeschauen zum Sommer 2013 aus Paris, Tag vier und fünf: Christian Dior, Isabel Marant, Haider Ackermann und Jean Paul Gaultier. Designer Raf Simons macht Schluss mit John Gallianos Kostüm-Theater. Isabel Marant zeigt sich gemustert und farbenfroh. Haider Ackermann mag toughe Frauen und Jean Paul Gaultier bringt die 80er zurück auf den Laufsteg.

CHRISTIAN DIOR:
Kaum eine Schau während der Fashion Week in Paris ist mit so viel Spannung erwartet worden. Was Raf Simons dann in einer für diesen Zweck gebauten weißen Box vor dem Invalidendom über den Laufsteg schickte, war eine Mischung aus Tradition und Moderne. Schluss mit John Gallianos Kostüm-Theater. Simons Vision der Dior-Frau wirkte zukunftsgerichtet und selbstbewusst. Er interpretierte die Dior-Jacke „Bar“ zu einem Kleid um, und die weiten Röcke des New Look von Dior sparsam mit Blumen bedruckt und in lang für den abendlichen Auftritt. Simons' Hang für Schlichtheit kam in schwarzen Hosenanzügen zum Tragen, aber auch in Cocktail- und Abendkleidern mit gerafften Details, in für Dior ungewohnten Fluo-Farben und aus Hi-Tech-Stoffen, perforiert, transparent, mit Glanz.

ISABEL MARANT: Wenn es nach Isabel Marant geht, wird der Sommer gemustert und farbenfroh. Sie präsentierte die Garderobe der jungen Französin, die in Saint-Tropez Urlaub macht. Ein sexy Mix und Match aus femininen und Casual-Elementen, der Inspirationen aus den 70er Jahren und Amerika zieht. Kurze Sonnenkleider, knappe Shorts oder Volant-Minis, Jacken im Cowboy-Stil, wadenlange Piratenhosen und bestickte Flare-Jeans kommen Schwarz/Weiß bedruckt und handwerklich in Rot überstickt oder in Tücherdruck und Kaschmirmuster in Rosa-Rost-Violett oder Gelb-Hellgrau-Schwarz. Glanz ist ein Thema in Silber-Stickereien und Nieten, die Jeans und Chiffontops zieren.

HAIDER ACKERMANN: Haider Ackermanns Defilee gehörte erneut zu den Highlights der Fashion Week in Paris. In einer in sehr dunklen Farben gehaltenen Sommer-Kollektion setzte Ackerman auf eine für ihn ungewöhnlich strenge, grafische Eleganz. Seine Frauen wirkten tough in Variationen von Hosen-Anzügen und Ensembles aus modernen Doppelgeweben und grafisch gemusterten Jacquards, in denen die Hose triumphiert – mal als Marlene-Hose mit hoher Taille, mal als wadenlange Legging-Pants, mal als gemäßigte Baggy-Pants. Feminine Leichtigkeit mischte sich hier und da in Form abendlichen Styles oder Blusen aus gepunktetem Chiffon ein.

JEAN PAUL GAULTIER: Jean Paul Gaultier hatte seine Schau « Look alikes » genannt, und in Disko-Atmosphäre kamen die – fast echten – Show-Größen der 80er Jahre über den Laufsteg, die Gaultier in seinen Hoch-Zeiten alle eingekleidet hat: Grace Jones in sexy Smoking-Variationen, Annie Lennox in maskulinen Nadelstreifen-Anzügen mit Transparenz-Effekten, Madonna in wäschigen Looks mit spitzen Brüsten, Michael Jackson in Biker-Jackets zur schwarzen Herrenhose. Die Kollektion enthielt neben maskulinen Styles feminine Elemente, wie japanisch bedruckte seidige Hosen und Wickeljacken, Jeans-Looks – in Trompe L’Oeil – und Luxus-Jogginganzüge aus fließenden, glänzenden Stoffen.