Paris hat den Ruf, besonders facettenreich und vielschichtig zu sein. Das hat sich bei den Schauen für H/W 2012 erneut bestätigt. Auch wenn die Designer insgesamt auf ein sicheres Modebild setzen, sind die modischen Handschriften vielseitig wie eh und je. Nicolas Ghesquière hat für Balenciaga mit seinem Future-Look überzeugt – und dem damit verbundenen Material-Einsatz. Das ist Stoff-Know-how auf Couture-Niveau. Phoebe Philo rückt mit ihren lässigen Hüllenmänteln und simplen kastig geschnittenen Oberteilen zu Hosen eine neue Sportivität in den Blickpunkt und bleibt damit die Vertreterin eines neuen, selbstverständlichen Minimalismus.

Clare Waight Keller hat in ihrer zweiten Kollektion für Chloé mit der Kombination von Sportswear und französischem Chic überzeugt. Bill Gaytten interpretiert den New Look von Dior auf erfrischend zeitgemäße Weise und nicht so verzickt wie sein Vorgänger John Galliano. Schon allein dafür gebührt ihm der Chefposten. Und Marc Jacobs bildet wieder den krönenden Abschluss der Pariser Schauen. Dieses Mal mit langen Brokat-Gehröcken und knöchellangen Röcken. Eine wunderbare Zeitreise in die Vergangenheit mit zahlreichen Inspirationen für die Zukunft – etwa die Schmucksteine und Applikationen.