The Stage. Eine neue Location im Schauenzelt. Mit 150 bis 270 Sitzen, 60 bis 300 Stehplätzen und individuell auswechselbarem Interior. Das passt zu Berlin, der schnellen Stadt, die sich stetig im Wandel befindet. Über 50 Namen sind es jetzt – ohne Boss und Rena Lange. Sie stehen nicht mehr auf dem Schauenplan, genauso wenig wie Strenesse und Basler. Die Gründe sind vielschichtig. Internationalere Ausrichtung. Designerwechsel. Kosten.

Der Kalender lässt viel Raum für junge Nachwuchsdesigner. Dass es sich dabei nicht nur um realitätsfremde Selbstverwirklichungskollektionen handelt, haben in den vergangen Saisons schon Newcomer wie Blame, Blaenk, Hien Le, Isabelle de Hillerin und Augustin Teboul gezeigt. Die jungen Kreativen, die in Berlin zeigen, zeugen von einer neuen Qualität. Bodenständig, pragmatisch, ausgebildet in großen Häusern wie Jil Sander und Marc Jacobs. Sie nutzen Berlin nächste Woche (2. bis 7. Juli) als Bühne. Das sind die vielversprechendsten:

Gallery: Ivanman

IVANMAN. Hört sich nach einem starken Mann an: Ivan. Man. Ivanman. Die Kollektion, die 2010 lanciert wurde, ist durchaus für starke Männer gedacht. Ivan Mandzukic sieht sie in klaren, minimalistischen Silhouetten. Classic-fit, pur, geometrisch. Mit markanten grafischen Details, die durch Origami-Falttechniken entstehen. Kubistische Formen treffen auf expressive Farben wie Rubinrot und Kobaltblau. Die H/W-Kollektion hält sich mit Schwarz und klassischem Blau elegant zurück. Mit diesem Look gewann der Serbe und Esmod-Absolvent bereits den Preis der Who's Next Paris Prêt-à-Porter. In Deutschland hat Ivanman drei Kunden: Concept Store M, Trüffelschwein und Wald in Berlin.



Gallery: Achtland

ACHTLAND. Kein „echter“ Nemcomer mehr, aber neu im Berliner Schauenreigen. Mit einer viel beachteten Präsentation im Hotel de Rome im Januar katapultierte Achtland seine Macher in die Liste der „100 wichtigsten Deutschen“ der Bild-Zeitung. Gut, noch ist das kein Gradmesser in Sachen Stil. Aber immerhin. Es schadet nicht. Oliver Lühr, Absolvent des Central Saint Martins Colleges, und Wirtschaftswissenschaftler Thomas Bentz sind bekannt. Bekannt für ein Label, das in Deutschland produziert wird und nach einer keltischen Königin benannt wurde. Bekannt für eine DOB-Kollektion, die der Berliner Tristesse trotzen will. Mit markanten Gegensätzen: Leder mutet wie Strick an. Waffelpikee wird zu ganz leichten Seiden gestellt. Weiche Biesen haben etwas Rüstungshaftes. Dazwischen: ein pinker Barbie-Tweed. Die Stoffe enthalten in der Regel kein Elastan oder künstliche Beimischungen. Anfang des Jahres hat das Duo zusätzlich eine Stricklinie in Kooperation mit dem Designer Theodor Anastasato entwickelt: Intellectual Leisure, intellektuell, mit viel Humor. Eine wilde, bunte Schwester.



Gallery: Franziska Michael

FRANZISKA MICHAEL. Psychedelische Drucke, die Franziska Michael in ihrem Kreuzberger Atelier entwickelt, gehören bereits jetzt zu ihrem Markenzeichen. Prachtvoll glänzend zieren sie Röhren und Bomberjacken aus High Tech-Stoffen. Hemden und Stiftröcken aus hochwertiger Seide oder Wolle. Und machen auch sonst nicht Halt vor irgendeinem Teil der Kollektion für Männer und Frauen. Spannend: Das stete Spiel zwischen fließend und fest. Das Label wurde 2009 ins Leben gerufen, kurz nachdem Franziska Michael ihr Diplom von der Berliner Esmod in der Tasche hatte. Jetzt ist es reif.