Wolfgang Joop will es nochmal wissen: Nachdem sein Label Wunderkind voriges Jahr wegen Geldproblemen pausieren musste, hat er in diesen Tagen in Potsdam die „Wiederauferstehung“ seiner Kollektion gefeiert.  Eine kleine, kompakte Linie, sehr vernünftig, ohne große Extravaganz. Joop weiß, dass sich seine Entwürfe dieses Mal verkaufen müssen. Der Titel seiner Kollektion: „Sauvage“.

Wild sind allenfalls seine Animal-Drucke, die er mit Mosaik-Prints auf verschiedenen Materialien wie Jersey, Brokat, Chiffon oder Lammfell mixt. Ansonsten zeigt der Potsdamer Designer hochgeschlossene Seidenkleider in Grau und Hummerrot, teils plissiert, teils mit Corsagenelementen gearbeitet, die er mit weiten, lässigen Hüllenmänteln oder Jacken kombiniert und die den Kleidern das Quäntchen Nonchalance geben, das man von Wunderkind kennt und erwartet.

Dass Wolfgang Joop aber auch ein schlichtes rotes Kostüm präsentiert, beweist jedoch, dass der Designer um die Notwendigkeit weiß, dass eine High-End-Kollektion auch kommerzielle Teile braucht. Diese Wunderkind-Kollektion zeigt sich von einer sehr tragbaren Seite, die den Einkäufern im Top-Genre entgegenkommen dürfte. Ob das allerdings dazu führen wird, dass Wunderkind demnächst bald wieder in den Sortimenten von Eickhoff, Unger und Co. zu finden sein wird, bleibt fraglich. Der Markt um die Top-Häuser dieser Welt ist hart umkämpft, die Konkurrenz mit internationalen Marken groß.