Hip teens don't wear blue jeans? Von wegen. Für Herbst/Winter lautet die Devise: Hip teens do wear blue jeans. Denn im Zuge des anhaltenden 90s- und Streetwear-Revivals nimmt Denim vor allem in Paris erneut großen Raum in den Designer-Kollektionen ein. Bei genauerer Betrachtung der Catwalks lassen sich drei Richtungen in Sachen Denim ausmachen: Neunziger-Hommage, Deko-Mania und Raw Denim.

90s

Der Neunziger-Hype zieht weiter seine Kreise im Denim-Business. Für die Damen gibt es überweite Formen und stark gewaschene Mom Jeans. Ebenfalls dabei: lange Jeansröcke mit Schlitz und High Waist-Varianten mit ausladendem Bein. Bei den Männern wird es ebenfalls weit, meist in Form von Baggys − beispielsweise bei Dior oder MSGM. Beide Geschlechter werden in Shorts über den Catwalk geschickt − dabei immer hoch geschnitten, stark gewaschen und ausgefranst. Apropos Waschung: Typisch 90s zeigt sich auch das ein oder andere moonwashed Piece, so zum Beispiel bei Ralph Lauren. Damit befindet es sich in bester Gesellschaft zur altbekannten Salz und Pfeffer-Optik, wie sie nicht nur Miu Miu zeigt. Auch in der Outerwear toben sich die Designer auf der 90er-Spielwiese aus. Das Resultat: Denim-Jacken mit Teddyplüsch oder oversized Jeans-Blazer à la MSGM.

Deko

Die Denim-Pieces aus dieser Kategorie fallen unter Garantie ins Auge. Angefangen mit neonbuntem Plüschbesatz in Regenbogenschattierungen wie bei Lie bis hin zu opulenten Fell-Verbrämungen am Bein oder gar quer über die Jacke, wie bei Y/Project und Sacai. Diesel Black Gold bestickt Hosen für Frauen wie Männer, DSquared2 setzt auf Stickereien an Kragen und Dekolletee der Denim-Hemden. Gerne werden diese auch mit aufwendigen Nietenverzierungen kombiniert und deuten so in Richtung Cowboy. Die absolute Spitze: wenn sich, wie bei Coach, alle in einem Teil vereinen. Etwas rockiger wird es mit Badges, sportiver mit Galons und Paspelierungen. Mitunter blitzen Stoffeinsätze auch unter destroyed Jeans hervor − so gesehen bei Marcelo Burlon.

Raw

Marques´Almeida zeigt es. Neil Barrett bringt es. Ulla Johnson setzt darauf. Die Rede ist von Raw Denim − aktuell wieder die neueste Variante. Die cleane, rohe, unbearbeitete Form des Denim-Stoffs wird auf den Catwalks zum Herbst rauf- und runter-exerziert. Und das in allen Versionen. Tailored, für Männer wie Frauen, etwa als kastiges Jäckchen. Diesel Black Gold zeigt die ganze Palette, vom bestickten Hemd über das nietenbesetzte, schwingende Kleid bis hin zur geschnürten, mit Ziernähten versehenen Schlaghose. Femininer interpretiert kommt Raw Denim als Jumpsuit mit Puffärmeln oder als Weste in Sanduhr-Form, lässiger als Oversize-Variante wie bei John Galliano.
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