Skaten ist das Ding der Stunde. Für manche ist es jedoch weit mehr als ein Trend. Zum Beispiel für Martin Schreiber. Er führt mit Bonkers einen der profiliertesten Stores des Landes, der sich ganz dem Thema Skateboarding widmet. Ein Gespräch über Marken und Trends; Future und Retro und über Architektur als Möglichkeit.


TextilWirtschaft:
Bonkers sieht nicht aus wie ein typischer Skate-Shop, sehr clean, sehr modern. Was macht Ihr sonst noch anders?

Martin Schreiber: Den Unterschied machen vor allem die Brands. So sind wir ja überhaupt auf die Idee gekommen, unseren eigenen Laden aufzumachen – weil die Labels, die wir gut fanden, hier nicht zu bekommen waren.



Was für Brands sind das?

Das sind fast alles Brands, hinter denen tatsächlich Skater stehen. Ausnahmen sind im Textil-Bereich eigentlich nur Carhartt, da die richtig gute Hosen zum Skaten machen oder im Schuh-Bereich Marken wie Adidas, Nike SB, CONS, Vans und New Balance Numeric, die einfach hochwertige Schuhe für Skater machen, da können Skater-Owned-Brands leider nicht mithalten. Der größte Teil unserer Brands ist europäisch. Das sind Labels, die mittlerweile auch in Amerika gehyped werden, wie etwa Polar Skate Co. aus Schweden. Die Szene ist längst nicht mehr so amerikanisiert wie früher.

Wie viele Eurer Kunden sind Skater, wie viele suchen einfach nur Streetwear?

Das Verhältnis ist 50/50, im Store genauso wie online.

Verkauft Ihr im Store anders als online?

Online ist internationaler. Da funktioniert vieles früher als hier. Sachen, die wir nach Japan richtig gut verkaufen, kommen dann zwei Jahre später hier an. Das war auch am Anfang mit Palace so. Deutschland ist schon ein Land, das den Trends eher hinterherläuft. Aber ich habe das Gefühl, das ändert sich im Moment, weil die Leute einfach besser informiert sind. Öctagon ist so ein Brand, das noch ein reines Online-Ding ist. Die gibt es erst seit zwei Jahren, kommen aus Frankreich. Das könnte das nächste große Ding werden.

Bonkers in Frankfurt: So sieht der Store aus



Was machen die anders?

Die setzen nicht auf Retro, sondern auf Future. Bauen ihre Brand-Story rund um Öctagon auf, einem Super-Computersystem in der Zukunft. Egal, wie man die Geschichte findet: Wir haben 2017. Wie lange sollen wir noch einen auf 90er machen? Ich glaube, der Trend ist bald vorbei.

Wer ist für dich im Moment der wichtigste Influencer, wem folgst du?

Keinem. Ich schau oft bei Thrasher und bei Solo online nach neuen Clips, aber das ist dann auch schon mehr als genug. Jede Woche gibt es einen neuen krassen Clip, das ist viel zu viel. Ich mag Print-Magazine, wie zum Beispiel Free oder Solo. Da hat man dann immer schon eine gewisse Selektion.

Was macht den Skater eigentlich zum Skater?

Der Knick im Kopf. Du siehst eine Treppe nicht als Treppe, sondern nur, was du damit alles machen kannst. Du siehst Architektur als Möglichkeit.

Das ausführliche Interview lesen Sie in der nächsten Ausgabe der TextilWirtschaft am 15.06.2017 oder am 14.06. ab 18 Uhr auf dem iPad.

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