Die Branche hat die Nachricht schon fast verdaut. Bei vielen Kunden ist die Neuigkeit allerdings noch gar nicht angekommen. Ab dem Sommer wird die Bread & Butter um zwei Endverbrauchertage verlängert. 25 Euro soll ein Tagesticket kosten. Doch sind die Kunden überhaupt bereit, Eintritt für eine Modemesse zu zahlen? Wieviel Geld würden sie ausgeben wollen und was erwarten sie von dem Besuch auf der Messe? Der Reality Check.

Lea Ritter, 27, Angestellte in der Gastronomie, Berlin:
Ich habe über das Radio davon erfahren, dass ab dem Sommer jeder auf die Bread & Butter kann. Im letzten Jahr habe ich auch zweimal in der Gastronomie auf der Messe gearbeitet. Daher weiß ich, dass die Messe schon immer ziemlich voll war. Ich frage mich, wie das vom Platz her gehen soll, wenn in Zukunft noch die ganzen zusätzlichen Menschen unterwegs sind. Trotzdem würde ich hingehen. Ich mag das tolle Gelände, die Stimmung und das Partyfeeling. Ich finde, die Messe ist ein richtig tolles Event, das nicht nur der Branche vorenthalten bleiben sollte. 20 Euro würde ich für eine Eintrittskarte ausgeben. Schade ist nur, dass man dort nichts kaufen kann. Wenn man das allerdings könnte, dann würde ich sogar noch mehr für das Ticket ausgeben.

Tijen Yildiz, 29, Modedesign-Studentin und Verkäuferin, Berlin:
Ob ich hingehen würde, hängt auf jeden Fall davon ab, was es kostet. Ich würde maximal 15 Euro dafür ausgeben. Ehrlich gesagt frage ich mich, was es dem Endverbraucher bringen soll, dort hinzugehen. Denn man wird ja sicher nichts kaufen können und auch die Kleidung, die man dort zu sehen bekommt, ist erst in einigen Monaten in den Geschäften erhältlich. Das macht meiner Meinung nach wenig Sinn und ich glaube nicht, dass die Endverbraucher viel damit anfangen könnten. Da muss man schon extrem modeinteressiert sein.

Christine Göbels, 33, Friseurin, Aachen:
Ich werde auf jeden Fall hingehen, denn ich liebe Mode. Für mich wäre das ein richtiges Event und mir wäre das auch 55-60 Euro Eintrittspreis wert. Allerdings müsste mir dafür dann auch was geboten werden. Ich denke da zum Beispiel an ein Goodie Bag, oder den Verkauf zu Sonderpreisen oder so was. Allerdings sollte der Preis wirklich etwas höher angesetzt werden, denn sonst droht das ganze zu einer Jahrmarktveranstaltung zu verkommen, wo jeder nur aus Neugierde mal hingeht. Das würde der Messe bestimmt nicht gut tun. Außerdem sollte es auch maximal einen Endverbrauchertag geben, denn an den anderen Tagen sollen ja die Leute ihre Geschäfte und Termine ordentlich abwickeln können.

Keno Haverkamp, 21, Student, Kopenhagen:
Ich würde mir das gerne mal ansehen. Aber Geld bezahlen? Wohl eher nicht. Denn eine Modemesse ist für mich nichts, wo ich Inspiration bekomme. Bei einer Möbelmesse ist das anders. Dort kann man sich Ideen holen und zuhause umsetzen. Bei einer Modemesse ist mir der Sinn nicht ganz klar. Generell halte ich das nicht für eine gute Entwicklung, denn erstens brauchen die eigentlichen Besucher ihre Ruhe, um dort arbeiten zu können. Und seltsam ist, dass die Kunden dann schon die Ware kennen, die erst in weiter Zukunft in die Läden kommt. Ob sie es dann immer noch toll finden, wenn sie alles schon vor vielen Monaten gesehen haben? Womöglich erfahren sie dann auch noch die Einkaufspreise und sind dann erst recht unzufrieden.

Yvette Schreinemakers, 34, Selbstständig, Vaals:
Ich werde sogar den weiten Weg aus Holland dafür in Kauf nehmen, denn mich interessieren sehr die Trends in der nächsten Saison. Ich bin vor allem an ausgefallenen Trends oder auch neuen Marken und jungen Designern interessiert, die man noch nicht kennt. Ich würde das ganz klar als Infoplattform nutzen, um mich über Mode auf den neuesten Stand zu bringen. Ausgeben würde ich 20 bis 25 Euro.

Saskia Ripkens, 21, Studentin, Berlin:
Ich finde es interessant, aber nur, wenn das Ticket nicht mehr als 5 Euro kostet. Denn da man dort nichts kaufen kann, geht es ja um reines Schauen und das wäre mir eben maximal soviel wert. Aber selbst wenn man etwas kaufen könnte, würde ich nicht mehr bezahlen. Schließlich muss man in einem Geschäft ja auch keinen Eintritt zahlen, wenn man dort etwas einkaufen möchte.