Neben Läden und Schaufenstern, Katalogen, Magazinen und Newslettern informieren sich Kunden zunehmend in den Sozialen Medien über Mode. Sie lassen sich auf Instagram und Pinterest inspirieren, diskutieren bei Twitter mit und liken den Look of the Day bei Facebook. Tausende Posts drehen sich tagtäglich um Mode. Und es werden immer mehr: Modeanbieter endecken zunehmend auch die kommerziellen Möglichkeiten von Facebook & Co. Welchen Einfluss hat Social Media auf Kaufentscheidungen? Der Reality Check:

Philipp Kraft (20), Immobilienmakler, Frankfurt: „Ich bin bei Facebook, Instagram und Snapchat aktiv. Mit Mode komme ich nur über Instagram in Kontakt. Hier habe ich zwar ein paar Fashion-Seiten abonniert, aber auf Trends werde ich eher durch Werbeanzeigen bei Instagram aufmerksam. Es ist auch schon vorgekommen, dass mich die Werbung dazu gebracht hat, etwas zu kaufen, aber einen großen Einfluss auf meine Einkäufe hat Instagram nicht. Wenn es um Mode geht, schaue ich hier eigentlich nur zum Spaß rein.“

Natalija Andrejic (22), Auszubildende, Mainthal: „Wenn es um Mode geht, hole ich mir hauptsächlich Inspirationen aus Instagram, indem ich einigen Bloggern folge. Ich suche zwar nicht aktiv nach Trends, aber wenn mir etwas gefällt, mache ich direkt einen Screenshot davon. Dadurch mache ich mir auf jeden Fall Gedanken, das ein oder andere Teil zu kaufen. Die Seite von Asos habe ich auch abonniert und hier habe ich auch schon mal etwas gekauft, aber prinzipiell gehe ich wegen der Materialien lieber in die Läden. Ich würde jedoch sagen, dass Instagram meine Einkäufe mehr beeinflusst als das, was ich in den Läden sehe.“

Verona Mach (18), Servicekraft in der Gastronomie, Heusenstamm: „Ich bin zwar auf Social Media-Seiten nicht sonderlich aktiv, aber wenn, dann komme ich am ehesten bei Instagram mit Fashion-Themen in Kontakt. Zugegeben ist es aber eher Zufall, wenn ich hier etwas finde, was mir gefällt. Ich folge zwar ein paar Mode-Seiten, aber eigentlich ist es einfach nur Zeitvertreib, wenn ich bei Instagram stöbere. Da hilft mir die App „The Hunt“ schon sehr viel weiter. Wenn ich ein Teil fotografiere, zeigt mir die App, wo ich es kaufen kann – das ist sehr praktisch.“

Tara Salerno (18), Abiturientin, Frankfurt: „Beim Thema Mode spielen meine Freunde die größte Rolle, aber auch auf Instagram habe ich einzelne Schuhanbieter abonniert. Bei Schuhen werde ich schnell schwach, da kaufe ich sie dann auch meistens, wenn sie mir gefallen. Letztens habe ich auch wieder ein Foto von pink-roten Nike Air Max gesehen und sie mir direkt gekauft. Generell würde ich aber sagen, dass ich nicht durch Social Media-Seiten beeinflusst werde, sondern nur durch meine Freunde. Ich nutze Instagram auch nur, um Videos zu posten und nicht um anderen zu folgen.“

Veronika Seidlova (31), Project Managerin, Prag: „Auch ich habe ein Profil auf Facebook, Instagram und Snapchat. Mode begegnet mir auf allen dreien, meistens weil ich Fashion Blogger abonniert habe. Auf den Social Media-Plattformen schaue ich bewusst nach Trends. Bei Rabattaktionen nehme ich vor allem die H&M-Sonderaktionen auf Facebook wahr, die mich oft dazu veranlassen, etwas zu kaufen. Außerdem shoppe ich viel bei Online-Anbietern wie Asos. Die Social Media-Seiten beeinflussen mich ganz klar in meinen Kaufentscheidungen. Früher habe ich in Fashion-Magazinen nach Trends geschaut, heute schaue ich bei Facebook und Instagram. Hier bekomme ich die Fashion-Tipps kostenlos. Ein weiterer Vorteil ist, dass man die Sachen oft angezogen sieht und nicht nur an Puppen.“

Timo Meyer (36), Angestellter, Hamburg: „Ich bin in vielen sozialen Netzwerken aktiv. Dazu zählen Facebook, Pinterest, Twitter, Buffer, Instagram und Snapchat. Mode sehe ich hier hauptsächlich durch die Werbung, die mir angezeigt wird. Aktionen wie der Ray Ban-Sale begegnen mir beispielsweise sehr oft. Die Social Media-Seiten bleiben in meinen Augen eine Plattform für Informationsaustausch, Meinungsbildung sowie für den Kontakt mit Freunden.“

Eva Carle (20), Studentin, Heilbronn: „Sowohl bei Facebook als auch bei Instagram und Snapchat habe ich einen Account. In Sachen Mode spielt aber nur Instagram eine wichtige Rolle, hier folge ich Bloggern sowie einigen Unternehmen aus der Modebranche. Wenn ich nach Trends schaue, dann schaue ich zwar im Internet, aber weniger auf Social Media-Seiten. Dennoch: Auch wenn ich hier etwas entdecke, kaufe ich es nicht direkt online. Aber es ist ein Impuls, mal wieder in die Läden zu gehen. Man bekommt allgemein wieder Lust auf Shoppen. Aber die letztendliche Kaufentscheidung fällt erst im Laden. Die Social Media-Seiten beeinflussen meine Einkäufe mehr als früher.“

Julia Beringer (19), Verkäuferin, Frankfurt: „Aktiv bin ich bei Facebook, Instagram und Snapchat. Bei Twitter habe ich zwar auch einen Account, aber den nutze ich so gut wie nie. Eigentlich komme ich nur auf Instagram mit Mode in Kontakt, weil ich hier zum Beispiel Triangle und ein paar Bloggern folge. Bei Facebook fallen mir Rabattaktionen von Just Fab extrem auf. Wenn ich nach Trends schaue, gehe ich eher in den Läden auf die Suche. Ich glaube aber, dass die Online-Aktionen bei meinen Kaufentscheidungen unterbewusst eine Rolle spielen. Dazu kommt, dass man sich die Menschen auf der Straße nie anschaut, aber bei Instagram tut man es. Man stöbert auf den verschiedenen Seiten und entdeckt viele Sachen. Während Facebook eher noch für den Kontakt mit Freunden da ist, ist Instagram eher zum Blog geworden und zu einer Plattform, um sich zur Schau zu stellen.“

Cosima Löffelholz (16), Schülerin, Frankfurt: „Ich bin nur bei Instagram und Snapchat. Facebook und Twitter nutze ich nicht. In Bezug auf Mode folge ich bei Instagram Leuten, die mich inspirieren, zum Beispiel Luna Ashes. Wenn die etwas tragen, was mir gefällt, suche ich danach in den Läden. Man kann schon sagen, dass Instagram zur Modeplattform geworden ist. Auch ich selbst poste dort viele Outfits von mir.“

Luis Gießwein (15), Schüler, Nürnberg: „Ich habe bei Facebook, Instagram, Snapchat und Twitter einen Account. Bei Instagram komme ich mit Mode in Kontakt, weil ich einigen amerikanischen Seiten folge, deren Style mir gefällt. Nach aktuellen Trends schaue ich aber nicht, weil ich den Mainstream nicht unbedingt mag. Für mich ist Instagram eher eine Plattform für witzige Videos.“

Francesco La Mendola (21), Model, Wiesbaden: „Ich nutze Facebook, Instagram, Snapchat und Tumblr. Mode begegnet mir hauptsächlich auf Instagram und Tumblr, weil ich dort meinen Idolen David Beckham und Mariano Di Vaio folge. Gerade dadurch, dass in den Posts angegeben ist, wo man die einzelnen Teile bestellen kann, werde ich durch Instagram oft dazu verleitet, etwas zu kaufen.“

Alice Müller (20), Make Up Artist & Hair Designer, Diedenbergen: „Auf Instagram folge ich nicht den Seiten von Marken, sondern von Magazinen. Eine Ausnahme ist Asos. Bei diesem Anbieter habe ich auch schon oft online bestellt. Für meine Einkäufe suche ich mir die Inspirationen aus dem Internet. Wahrscheinlich würde ich anders einkaufen, wenn ich nicht vorher auf Instagram schauen würde. Facebook spielt in Bezug auf Mode dagegen keine große Rolle.“

Chan Sassmann (23), Studentin, Darmstadt: „Ich nutze Facebook, Instagram und Twitter. Für Mode spielt Instagram die größte Rolle. Hier folge ich einigen Lifestyle- und Mode-Bloggern. Die neusten Trends bekomme ich hier mit, ohne aktiv danach suchen zu müssen. Das ein oder andere Teil, das ich hier entdecke, kaufe ich auch. Generell würde ich aber sagen, dass ich nicht durch Instagram beeinflusst werde, sondern durch die Blogger selbst.“



Umfrage: Nilofar Eschborn



In der TW 35 vom 27. August 2015 finden Sie einen ausführlichen Bericht darüber, wie die Branche Social Media nutzt. Darüber hinaus lesen Sie einen Hintergrundartikel über Instagram. Die digitale Ausgabe steht bereits am 26. August 2015 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.