Ende November sind bei einem Fabrikbrand in Bangladesch über 100 Menschen ums Leben gekommen. Kik hatte dort bis zum Sommer 2012 über einen anderen Lieferanten, der den Auftrag an die betroffene Fabrik weitergeleitet hatte, fertigen lassen. Im September starben in Pakistan über 250 Menschen bei einem Brand in einer Fabrik, in der Kik ebenfalls produzieren ließ. Ist der Ruf des Textildiscounters deswegen beschädigt? Interessieren sich die Verbraucher überhaupt dafür? Bleiben Kik-Kunden jetzt weg? „Uns haben etwa 50 bis 60 E-Mails von Kunden erreicht, die interessiert nachfragen, wie wir zu dem Thema stehen", sagt eine Kik-Sprecherin. Bereits vor einigen Tagen hat Karl-Erivan Haub, Chef der Unternehmensgruppe Tengelmann, zu der auch Kik gehört, in einem Interview gesagt: „Es gab einzelne Kunden, die nachgefragt haben, aber eine breite Kritikwelle hat uns nicht erreicht.“ Die TextilWirtschaft hat vor Ort in Frankfurt stichprobenartig Verbraucher dazu befragt:

Maria Lasse
Maria Lasse
Maria Lasse (57), Hausfrau: „Die Menschen tun mir schon leid, aber ich muss auch sehen, wo ich bleibe. Ich kaufe nicht viel bei Kik, aber wenn etwas Gutes dabei ist, schlage ich zu."

Lars Kiefer
Lars Kiefer
Lars Kiefer (26), Informatiker: „Ich kaufe sowieso nicht beim Discounter ein. Und durch solche Skandale werde ich einen noch größeren Bogen um diese Geschäfte machen.“

Eva Bußmann
Eva Bußmann
Eva Bußmann (22), Studentin: „Ich finde es schwer auseinanderzuhalten, welche Läden gute Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter haben. Produzieren denn nicht auch teure Marken an den gleichen Standorten wie die anderen Firmen?"

Sarah Kunz
Sarah Kunz
Sarah Kunz (28), Fotografin: „Ich habe davon nichts gehört, kaufe aber auch nur selten bei Kik ein.“

Natalie Parpou
Natalie Parpou
Natalie Parpou (28), Sozialpädagogin: „Man macht sich irgendwie mit schuldig. Ich sehe das zwiespältig. Eigentlich will ich so etwas nicht unterstützen, aber ich muss auch aufs Geld achten. Für die Zukunft habe ich mir aber vorgenommen, hochwertigere Sachen zu kaufen.“

Silke Jungmann (48), Hausfrau: „Da fehlen mir die Worte. Ich wusste gar nicht, dass die Sachen nicht in Deutschland produziert werden. Aber ja, ich kaufe trotzdem bei Kik.“

Susanne Herrmann (62), Rentnerin: „Ich meide Kik, weil ich menschenunwürdiges Arbeiten nicht unterstützen will. Wir leben ja in einer modernen Zeit.“

Timo Benner (31), Werber: „Ich würde im Leben nicht bei Kik einkaufen. Mir ist es unangenehm, wenn kleine Kinder meine Sachen nähen.“

Sabine Muth (35), Arzthelferin: „Wenn ich zu Kik gehe, kaufe ich nur Dekoartikel und keine Kleidung.“

Cosima Arendt (18), Schülerin: „Billig-Läden haben keinen guten Ruf. Manchmal gucken meine Freundinnen und ich aber trotzdem dort.“

Umfrage und Fotos: Katharina Schol