Ein vergrößertes Schuh-Sortiment bei H&M. Zara platziert die neuesten Modelle prominent unter den Outfits. Schon immer. Andere vertikale Anbieter wie Mango, Cos und Massimo Dutti gehen in die Schuh-Offensive. Doch wo kaufen die Kunden letztendlich? Wir haben nachgefragt. Kaufen Sie ihre Schuhe bei Zara & Co? Oder hat das traditionelle Schuhfachgeschäft die Nase vorn? Und: Was zählt mehr – Qualität oder Preis? Der Reality-Check:

Andreas Patzer, Gestalter, 35:
„Ich kaufe Schuhe nach Lust und Laune, da ist mir der Anbieter egal. Bei H&M habe ich noch nie gekauft, mir war gar nicht bewusst, dass die auch Schuhe machen. Anschauen würde ich mir das Angebot dort, weiß aber nicht, ob ich auch kaufen würde. Generell ist mir Qualität wichtig. Ich bin beruflich viel auf den Beinen, das Paar Schuhe muss also mindestens zwei Jahre halten. Ich gebe im Durchschnitt um die 100 Euro aus, meistens kaufe ich bei Nike, Fila oder Puma. Aber ich würde mich nicht als markenbezogen bezeichnen, ich nehme das, was mir gefällt. Hauptsache, die Passform stimmt und ich kann gut in den Schuhen laufen.“

Yasmin Kleinert, Immobilienwirtin, 28: „Bei Massimo Dutti kaufe ich circa drei Mal im Jahr Schuhe. Und das seit 2008. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut, und die Schuhe sind relativ robust. Qualität ist mir sehr wichtig, ich kaufe nur echtes Leder. Zu Görtz gehe ich ungern, sie sind modisch eher rückständig. Bei Massimo Dutti ist es modisch und qualitativ hochwertig.“

Youngha Kwon, Kostümdesignerin, 42:
„Ich kaufe meine Schuhe gerne bei Zara. Da gebe ich etwa 50 bis 80 Euro für ein Paar aus. Sie sehen besser aus als die von H&M. Besonders die Stiefel von Zara finde ich sehr schick. Auf Leder lege ich keinen Wert, der Schuh muss mir gut passen und gefallen. Den Großteil meiner Schuhe kaufe ich allerdings in meinem Heimatland Südkorea, die Mode ist dort anders und die Schuhe sind billiger."

Lisa Pelzer, Versicherungskauffrau, 38: „Bei vertikalen Anbietern wie Cos schaue ich gezielt nach Bekleidung. Schuhe kaufe ich lieber in einem kleinen Schuhhaus, da bin ich eine treue Kundin. Dort gebe ich zwischen 150 und 300 Euro für ein Paar aus. Schuhe woanders zu kaufen, ist für mich kein Thema.“

Anil Sirin, Auszubildender (Friseur), 19:
„Wenn ich mir für die Arbeit gute Schuhe kaufe, gebe ich für echtes Leder bis zu 400 Euro aus. Die hole ich dann aber im Schuhfachgeschäft. Bei H&M würde ich nur Zehentrenner kaufen, aber keine Schuhe. Sie sind qualitativ einfach nicht so gut. Meist gehe ich für meine Alltagsschuhe zu Görtz oder Nike.“

Nadia Akari, Studentin, 23:
„Meine Schuhe kaufe ich selten bei H&M und Co. Meistens gehe ich zu Görtz oder kaufe direkt bei der Marke. Da ich mich gerne sportlich kleide, kaufe ich oft bei Nike, dort zahle ich zwischen 80 und 100 Euro pro Paar. Bei H&M könnte ich mir auch vorstellen, Sneaker zu kaufen. Ich weiß aber, dass die Qualität dort nicht so gut ist. Generell schaue ich bei Zara und H&M gezielt nach Bekleidung, nicht nach Schuhen.“

Sergej Guzanov, Ingenieur, 33:
„Ich kaufe, was mir gefällt. Da sind mir der Anbieter und Markenname egal. Im Schnitt gebe ich so 50 bis 150 Euro für ein Paar aus. Qualität ist ein Kriterium für mich, die Schuhe müssen mindestens ein Jahr halten. Auch Leder ist mir wichtig.“

Marion Suppe, Verkäuferin, 50:
„Bei Schuhen ist mir Qualität wichtig. Deswegen kaufe ich z.B. meine Schuhe nicht bei H&M. Die gehen schnell kaputt und sitzen einfach nicht richtig. Meistens gehe ich zu Görtz. Dort stimmen Qualität und Preis.“

Lesen Sie in der TW 41 vom 9. Oktober 2014 mehr über die Ausweitung des Schuhangebotes bei vertikalen Anbietern. Die digitale Ausgabe steht bereits am 8. Oktober 2014 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.