Beim Mode-Einkauf gibt es nur wenige Produkte, die so unkompliziert sind wie Schals und Tücher. Anprobieren? Nicht nötig. Passform-Probleme gibt es nicht, und auch für den schmaleren Geldbeutel ist die Auswahl groß. Nur gut anfühlen, gut aussehen und im Winter warm halten muss das Teil. Kein Wunder, dass Schals und Tücher als Mitnahmeartikel so gut funktionieren. Allein 2012 haben die Deutschen 42 Millionen Tücher gekauft, hat die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung errechnet. Worauf achten die Kunden beim Schal- und Tücherkauf? Wie viel darf das schmückende Accessoires kosten? Spielt die Marke eine Rolle? Der Reality-Check.

Stefanie (40), Architektin: „Beim Schalkauf achte ich eigentlich nicht wirklich auf Labels oder gehe gezielt in einen Laden. Der Schal muss mich einfach ansprechen, die Farben und das Material müssen stimmen, auf keinen Fall darf er kratzig sein. Da greife ich dann auch schon mal selbst zur Stricknadel. Tücher trage ich eher im Sommer. Im Winter muss mich ein Schal richtig warm halten, da achte ich dann auch erst beim zweiten Blick auf modische Komponenten.“

Alfia (27), Flugbegleiterin: „Der Schal den ich trage, ist von Zara, aber eigentlich ist mir das Label egal. Ich kaufe, was mir gefällt, dabei achte ich dann aber immer zuerst auf die Qualität der Stoffe, dann auf Farbe oder Muster. Ich sehe Schals weniger als Accessoires, sie müssen funktional sein und ihren Zweck erfüllen – mich warmhalten. 100 Euro würde ich maximal für einen guten Schal ausgeben, der teuerste, den ich besitze, ist aus Kaschmir und von H&M.“

Karl-Heinz (61), Lehrer: „Beim Schalkauf achte ich in erster Linie auf die Qualität. Er muss warm und weich sein. Heute trage ich einen Schal aus Angorawolle von Medima, den habe ich schon sehr lange. Auch Seidentücher trage ich hin und wieder. Wenn ich mal einen neuen Schal brauche, schaue ich mich schon gezielt danach um, bevorzugte Läden oder Labels habe ich dabei aber nicht. Ich gebe maximal 80 Euro aus.“

Lulia (21), Schülerin: „Meine Schwester hat den Schal, den ich trage, für mich gestrickt. Wenn ich Schals kaufe, dann gehe ich zu Mango, Zara oder H&M. Aus Baumwolle sollten sie schon sein, allerdings gebe ich höchstens 30 Euro dafür aus. Ich trage Schals eher als Accessoires, oft stimme ich dann auch die Jacke und mein ganzes Outfit auf den Schal ab – nicht umgekehrt. Natürlich sollte ein Schal auch warm halten, aber in erster Linie muss er mir gefallen.“

Trevor (28), selbstständig: „Eigentlich achte ich bei Schals in erster Linie auf Labels und Qualität. Der teuerste Schal, den ich besitze, ist von Burberry, dafür habe ich rund 160 Euro bezahlt. Den trage ich natürlich auch als modisches Accessoires, das Teil geht für mich weit über Funktionalität hinaus. Ich schaue gezielt nach Farbe und Stil, wenn ich einen Schal kaufe. Dafür gehe ich gerne zu Anson’s.“ 

Verena (35), Recruiterin: „Das Exemplar, das ich heute trage, ist von H&M. Es hat mir spontan gefallen, das Material ist weich und angenehm auf der Haut. Sonst kaufe ich Schals und Tücher gerne bei Zara und Mango, aber auch bei Benetton oder Marc O’ Polo. Ich gebe zwischen 20 und maximal 100 Euro aus, für Kaschmir zum Beispiel würde ich schon tiefer ins Portemonnaie greifen. Ich glaube, so ab 30 achtet man einfach mehr auf die Qualität.“

Rahel (29), Absolventin: „Ich trage einen Schal von Cos, der ist zu 100% aus Wolle. Auf das Material achte ich beim Schalkauf ganz besonders. Klar, wenn mal 5% Polyester dabei sind, ist es auch okay. Aber mittlerweile bekommt man ja schon bei Zara oder H&M relativ günstige Teile guter Qualität. Auf meinem Wunschzettel steht ein dunkelblauer Schal von Acne, den kann ich mir so ohne Weiteres leider nicht leisten. Normalerweise gebe ich rund 50 Euro aus. Ein Schal sollte zu Tasche und Schuhen passen. Aber er muss auch warmhalten.“

Elke (60) & Lothar (61): „Mein Schal ist von Codello, Lothar trägt Kiros. Wir sind Fans von italienischen Labels, aber auch von Passigatti und Massimo Dutti haben wir einige. Kenzo und Marant sind Klassiker, die kann man immer tragen. Für mich ist ein Schal zuerst ein Schmücker – diesen hier muss ich schon dreimal umwickeln, damit er wenigstens ein bisschen warm hält. Lothar trägt Schals eher zweckmäßig. Wir geben maximal 100 Euro für einen Schal aus. Es ist doch schöner, wenn man immer wieder wechselt, statt immer nur den gleichen, sündhaft teuren Schal zu tragen.“


Andrea (30), Studentin: „Dieser Schal hier ist selbstgestrickt, das mag ich eigentlich am liebsten. In Strickläden bekommt man tolle Farben und kann sich so passend zur Jacke einen ganz individuellen Schal stricken. Der letzte Schal, den ich gekauft habe, war von S.Oliver, da habe ich auch gezielt nach einem grauen Schal für ein bestimmtes Outfit gesucht. Mehr als 20 Euro würde ich prinzipiell nicht ausgegeben.“

Katrin (23), Studentin: „Schals kaufe ich gerne bei Asos, H&M oder Zara. Eigentlich habe ich jede Menge zuhause, aber für mich haben Schals und Tücher eine große modische Bedeutung. Ich besitze keinen teuren Schal, maximal gebe ich 25 bis 50 Euro aus. Manchmal leihe ich mir den tollen Kaschmirschal meiner Mama, da merkt man natürlich Qualitätsunterschiede. Der hält dann auch richtig warm und ist nicht nur modisch wie die meisten meiner eigenen Teile.“



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