Mal Minusgrade, mal zweistellig im Plus, mal Regen, mal Sonnenschein. Die Übergangszeit stellt Kunden vor besondere Herausforderungen bei der Jackenwahl. Den Modehandel erst recht. In diesem Herbst versuchen die Händler mit Bomberjacken, oversized Jeansjacken und Co die Kunden in die Stores zu locken und die Umsätze zu pushen. Doch was tragen die Kunden eigentlich gerne, wenn es noch nicht die ganz dicke Daune sein soll? Shoppen sie Herbstteile lieber stationär oder online? Der Reality-Check.

Abdel Lenhoff (24), Student Global Brand and Fashion Management ISM, Frankfurt: „Im Übergang trage ich entweder Trenchcoats oder oversized Jeansjacken mit Rolli darunter. Ich suche gerade einen bodenlangen Mantel, habe hier in Frankfurt aber leider noch keinen Vintage-Store für Männer gefunden. Ich kaufe auch mal bei H&M – allerdings etwas seltener –, sonst bei Weekday, Zara und Cos. Secondhand ist mir aber am liebsten. Früher habe ich schon mal 500 Euro für ein paar gute Teile ausgegeben, seit ich Student bin, sind die günstigen Teile für mich allerdings die besseren."

Jasmin Sayer und Dylan Evans (beide 21), Frankfurt. Jasmin: „Für den Übergang darf es bei mir gerne eine Lederjacke oder ein langer Mantel sein. Dazu kombiniere ich dann einen dicken voluminösen Schal, so wie heute, der hält schön warm. Ich kaufe vor allem gerne Second Hand auf dem Flohmarkt ein. Mir ist wichtig, dass ich Dinge trage, die nicht jeder hat. Also ich würde auf gar keinen Fall bei H&M kaufen.“ Dylan: „Momentan fühle ich mich in einem dicken Pulli mit Lederjacke oder Collegejacke darüber am wohlsten. Ich setzte da auf den Zwiebellook, damit ich je nach Temperatur auch etwas an- oder ausziehen kann. Auch ich kaufe gerne auf dem Flohmarkt oder in Secondhand-Shops ein. Wichtig ist mir eigentlich nur, dass es dort, wo ich shoppe, coole Styles gibt. H&M ist für mich auch ein absolutes No-Go.“

Noël Schmitt (24), Verkäufer, Frankfurt: „Wenn es noch nicht ganz so kalt ist, trage ich gerne Bomberjacken, gerade zum Beispiel eine schwarze von Alpha Industries. Ich habe auch noch eine weitere von Bomboogie, einer italienischen Marke. Andere Modelle wie Leder- oder Jeansjacken trage ich nicht. Insgesamt kaufe ich lieber stationär ein als online, seit meiner Ausbildung ist es allerdings auch wichtig für mich, dass die Teile günstig sind.“

Jennifer Ochs (31), Bad Soden: "Momentan trage ich gerne Fellwesten mit einem Cardigan oder einer Lederjacke darunter. Eine gute Alternative ist auch der helle Parka mit Fellbesatz an der Kapuze, den ich heute trage. Ich shoppe, wo ich gute Teile finde – meine Lederjacke ist aus Italien, meinen Parka habe ich stark reduziert in New York gekauft. Für gute Teile bin ich auch gerne bereit, mehr auszugeben. Online shoppe ich auch manchmal, dann allerdings eher Basics und schlichte Teile."

Oscar Carillo (47), pendelt zwischen Cape Town und Frankfurt: „Ich habe nicht ganz so viel mit Mode zu tun. Ich trage vor allem das, was sich gut anfühlt. Deshalb shoppe ich auch lieber stationär, damit ich die Produkte anschauen und anfassen kann. Einkaufen kann ich überall, da habe ich keinen Favoriten. Aber Qualität ist mir sehr wichtig, Labels nicht so sehr. Heute habe ich mich zum Beispiel für eine Daunenjacke entschieden, weil ich bei so einem Zwischenwetter lieber leichte Teile trage.“

Jennifer S. (35), Referentin eines Ministeriums der Bundesbehörde, Berlin: „Im Herbst trage ich ausschließlich Mäntel aus Wolle- oder Cashmere-Mischungen, Jacken mag ich weniger. Ich friere nicht so leicht, also brauchen die Jacken bei mir kein Futter und müssen nicht so dick sein. Generell mag ich es eher klassisch. Ich shoppe stationär gerne bei Cos oder Massimo Dutti, im Internet bei mytheresa.com, matchesfashion.com oder net-a-porter.com.“

Mezrina Goruzdic (15), Bastian Kraft (18), Jasmin Scherbyl (16 ), Schüler, alle aus Frankfurt. Mezrina (l.): "Im Übergang mag ich Jacken aus Leder in Schwarz, Grau oder Beige gerne, darüber ziehe ich dann manchmal eine Fake-Fur-Weste. Ich habe auch eine lässige Jeansjacke, die ist für den Herbst super. Ich liebe den Secondhand-Shop Epiphany in Frankfurt. Sonst gefallen mir die Läden hier nicht so gut, da werde ich in Berlin eher fündig." Bastian (r.): "Ich stehe auch auf schwarze Lederjacken, die kaufe ich dann am liebsten in der Stadt. Aber manchmal shoppe ich auch online." Jasmin (m.): "Ich mag Lederjacken in neutralen Farben momentan gerne, zum Beispiel in Schwarz oder Grau. Die finde ich online und stationär, je nachdem wo es gerade schöne Teile gibt. Generell finde ich Düsseldorf zum Shoppen super."

Varsane Masjidi (25), Langen: "Momentan liebe ich meine oversized Jeansjacke und meinen dünnen Mantel in Wolloptik. Gerne trage ich auch Lederjacken oder Modelle im Army-Stil, z.B. mit Camouflage-Muster. So etwas finde ich zum Beispiel bei Zara. Manchmal schaue ich vorher im Online-Shop nach Produkten, die es dann aber im Geschäft gar nicht gibt."

Heide Roth (76), Frankfurt: „Wenn es wirklich kalt wird, trage ich Daune, das ist perfekt bei Eis und Schnee. Bei herbstlicheren Temperaturen setze ich auf Kaschmir oder Wolle, entweder als Pulli oder Mantel. Teile aus Synthetik würde ich niemals kaufen. Generell bin ich nicht so verfroren, also müssen die Teile nicht so dick sein. Momentan sieht man häufiger Felljacken, die innen mit Leder unterlegt und leicht gefüttert sind. So was finde ich auch schick."

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