Bikerjacken mit Nieten, Glitzer-Pumps, Glassteine als Schulterpatch – Applikationen findet man derzeit wieder überall im Handel. Auch die Kollektionen für Sommer 2014 greifen den Deko-Trend nochmals massiv auf. Nehmen die Kunden diesen Trend dankend an? Wie viele Kleidungsstücke mit Strass, Pailletten und Co. besitzt der Durchschnittsverbraucher? Wo kauft er sie?

Ein erstes Ergebnis: Selbst junge, modebewusste Kunden mögen es momentan eher schlicht. Das Interesse an Applikationen scheint abzuebben. Nicht nur praktisch, vor allem harmonisch soll es sein. Die Devise: Weniger ist mehr.

Agnes Koch (23), Medizinstudentin: 
„Ich mag keine Nieten oder Ähnliches an meiner Kleidung. Meistens sind mir die Teile dann zu ausgefallen. Zara oder Mango übertreiben es mit solchen Trends gerne auch mal. Mein Motto ist da: Mehr ist nicht mehr! Ich besitze nur eine Jacke, die komplett mit Pailletten verziert ist, die ziehe ich aber nur einmal pro Jahr zu Silvester an. Ich glaube nicht, dass sich die Verzierungen für die kommenden Saisons halten werden, meistens ist so was ja sehr kurzlebig."

Niko Albertos (28), Produktgestalter: „Mir sagt der Trend mit Applikationen gar nicht zu, ich verstehe den Hype darum gar nicht. Die Steine und Pailletten lösen sich doch irgendwann ab. Dann muss man ständig darauf achten, dass man nicht an den Kleidungsstücken reibt, da muss ich meine ganze Aufmerksamkeit darauf richten. Außerdem achten die Leute dann mehr auf meine ausgefallene Kleidung als auf mich. Nieten sind eher was für Leute, die Teile billig einkaufen und dann in ein paar Monaten wieder neu shoppen gehen. Ich kaufe lieber so ein, dass ich die Kleidung auch etwas länger tragen kann."

Sepideh Fard (30), Architektin: „Ich mag Nieten, Pailletten und Strass. Aber es muss geschmackvoll gemacht sein. Ich trage gerne farbige Wildleder-Pumps mit Nieten oder meinen Armani-Gürtel mit Glitzersteinen. Den mag ich sehr gerne, den kann man aber leider nur selten tragen. Dazu kombiniere ich dann Glitzerschmuck. Sowas finde ich meistens bei Zara oder Mango, aber es darf nicht zu viel sein, denn im Büro kann ich nicht zu viel Bling-Bling tragen."

Leo Fischer (23), Student: „Applikationen sind gar nicht mein Fall. An Mädels mag ich Nieten, zum Beispiel auf Denim oder High Heels. Pailletten oder Strass gehen aber gar nicht. Vielleicht werde ich irgendwann noch mal in ein Teil mit Nieten investieren, aber bisher habe ich so was nicht im Schrank hängen. Ich glaube auch, dass das Ganze eine Modeerscheinung ist und sich in den nächsten Saisons verläuft."

Juard Worke (24), Student:
„Mir gefällt der Trend überhaupt nicht, das passt einfach nicht zu mir. Ich war noch nie ein großer Fan von Applikationen und glaube auch, dass sich das Ganze nicht lange hält. Also werde ich auch in Zukunft nicht in solche Teile investieren."

Maja Ocvirk (32), Konzepterin in einer Werbeagentur:
„Mir ist dieser Trend zu unpraktisch. Ständig bleibt man irgendwo hängen und muss aufpassen, dass man die Kleidung nicht kaputt macht. Ich mag es lieber dezent, aber oft hat man bei solchen Teilen das Gefühl, dass die Designer alles darauf nähen, was sie nur können. Ich habe nur ein Oberteil mit kleinen runden Nieten, aber mehr auch nicht. Ich denke sowieso, dass der Trend bald wieder abflacht."

Momo Bouchaib (40), Künstler: „Mir persönlich gefallen Applikationen nicht. Bei Frauen sehe ich sie aber gerne, zum Beispiel auf Kleidern. Als Künstler ist mir aber wichtig, dass das ganze nicht nur modisch, sondern auch harmonisch ist. Schuhe dürfen aber ruhig etwas ausgefallener sein, zum Beispiel mit Glitzer. Ich selbst trage zwar Denim mit Print, aber Nieten könnte ich mir darauf gar nicht vorstellen."


Umfrage: Anna Lenz