Wenn von Musik im Modehandel die Rede ist, fällt vielen zuerst Hollister ein. „Viel zu laut", sagen die einen. „Ich finde es super", sagen die anderen. Fakt ist: Musik kann als Marketinginstrument viel bewirken, aber auch viel kaputt machen. Im schlimmsten Fall vertreibt man potenzielle Kunden mit zu lauter oder unpassender Beschallung. Doch welche Musik ist die richtige? Mögen's die Kunden lieber dezent oder laut? Und glauben die Kunden an die Wirkung der Musik?

Nadia Röhrer (35), Spanischlehrerin:
„Ich möchte beim Einkauf leise und moderne Musik hören. Sie muss auch nicht auf das jeweilige Geschäft abgestimmt sein, sondern eben nur nicht zu laut oder zu unmodern. Wie Musik mein Kaufverhalten beeinflusst, sehe ich besonders bei Hollister. Die Musik dort beamt einen direkt zum Strand und ruft Erinnerungen an den letzten Urlaub hervor. Die gesamte Komposition des Geschäfts wird durch die Musik gestaltet und das macht das Ambiente aus."

Giuseppe Venuti (72), Rentner:
„Beim Einkaufen muss die Musik leise und langsam sein. Die Musikauswahl darf aber absolut unabhängig von der Ware ausfallen. Ich denke schon, dass Musik einen starken Einfluss auf das Kaufverhalten hat. Mir fällt das dann immer besonders im negativen Fall auf. Wenn die Musik anstrengend ist, dann verlasse ich ein Geschäft auch schon mal. Welche Musik im Geschäft lief, kann ich im Nachhinein aber nicht mehr sagen."

Amalia Villasante (31), Lehrerin:
„Die Musik darf bei meiner Shoppingtour sowohl laut, als auch leise sein. Das prägt einfach die Atmosphäre. Das Genre, das ich wählen würde, wenn ich die Möglichkeit hätte, wäre Pop, Lieder aus den Charts. Dabei muss die Musik aber auch immer auf die Ware abgestimmt sein. Wenn sie das ist, beeinflusst sie natürlich auch das Kaufverhalten. Mir fällt jetzt spontan aber kein Geschäft ein, welches besonders einprägsame Musikuntermalung verwendet.“

Jan F. (28), Bankangestellter:
„Musik darf beim Einkaufen nicht stören. Ansonsten ist sie mir egal. Also bevorzuge ich leise Musik, damit ich mich noch konzentrieren kann. Tendenziell ist sie mir aber immer zu laut. Dazu muss die Musik zur Ware passen. Wenn Musik mein Kaufverhalten beeinflusst, dann nur negativ.“

Irena Tolo (14), Schülerin:
„Pop-Musik ist am besten und kann unabhängig von der Ware gespielt werden, die verkauft wird. Ich denke schon, dass Musik das Kaufverhalten beeinflusst. H&M spielt zum Beispiel immer was anderes, je nachdem, welcher Mitarbeiter gerade sein Handy angeschlossen hat. Das habe ich schon mal beobachtet, wie die Mitarbeiter das machen. Der Laden, der mir beim Thema Musik am ehesten einfällt, ist allerdings Hollister. Mit der Musik dort macht das Shoppen echt Spaß!“

Birgit Rauch (46), Bankangestellte:
„Zum Einkaufen möchte ich leise Musik hören, obwohl das ehrlich gesagt auch tagesformabhängig ist. Ich muss mich auf jeden Fall noch auf die Ware konzentrieren können. Seichte Unterhaltungsmusik halte ich für das richtige Genre. Gängige aktuelle Musik auch; gerne über einen Radiosender. Nur eine Dauerschleife darf nicht bemerkbar sein. Die Musik gestaltet das Ambiente mit, aber im besten Fall hintergründig, so dass man es gar nicht bemerkt. Das Kaufverhalten kann von Musik auch negativ beeinflusst werden, wenn sie beispielsweise stressig wirkt. Ich denke bei Musik im Verkaufsraum immer an Weihnachtsmusik im Kaufhaus. Für mich ist das allerdings ein Negativbeispiel.“

Maximilian Mangold (22), Student:
„Beim Einkaufen genieße ich am liebsten die Stille. Wenn Musik läuft, dann sollte sie sowohl auf die Kunden als auch auf die Ware abgestimmt sein. Ich bin davon überzeugt, dass Musik das Kaufverhalten beeinflusst. Sowohl im positiven, als auch im negativen Sinne. Ein Negativ-Beispiel, das mir spontan einfällt, ist natürlich Abercrombie. Die Musik ist ja nicht zu ertragen. Für mich ein definitiver Grund, den Laden auszulassen.“

Annelise Maja (74), Rentnerin:
„In Geschäften muss Musik im Hintergrund laufen, also leise. Die Musik sollte zur Ware passen. Wenn Musik zu laut ist, dann verlasse ich den Laden sofort. Ist die Musik aber angenehm, verlängert sich die Verweildauer, was die Chance erhöht, dass man etwas kauft. Insofern nimmt Musik einen starken Einfluss auf das Kaufverhalten des Konsumenten. Davon bin ich überzeugt."