Die Piratenpartei Bayern beantragt eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten bis 22 Uhr im Freistaat. Bayern gehört zu den wenigen Ländern, welche ihr Ladenschlussgesetz in den Jahren 2006-2007 nicht angepasst haben. Aber wollen die Verbraucher das überhaupt? Wie sieht es mit grundsätzlich verkaufsoffenen Sonntagen aus? Das sagen die Kunden:

Katja Baier
Katja Baier
Katja Baier (75), Rentnerin aus Wildau:
Als Rentner kann man jeder Zeit einkaufen. Für mich müssen die Öffnungszeiten nicht verlängert werden, da tun mir nur die Verkäufer leid. Allerdings finde ich es schön, dass die Läden an den Adventssonntagen offen sind, da wird man schon auf Weihnachten eingestimmt.

Detlef Stoffel, Foto: Grey Hutton
Detlef Stoffel, Foto: Grey Hutton
Detlef Stoffel (62), Berater und Projektmanager, Bielefeld: Meistens gehe ich nachmittags und abends in die Stadt. Wenn die Läden länger geöffnet wären, würde ich gerne auch noch später einkaufen gehen. Längere Öffnungszeiten bis 21 Uhr wären gut. Hier in Bielefeld schließen die meisten Läden schon um 19 Uhr. Am Wochenende gehe ich nicht gerne in die Stadt, weil es dann zu voll ist.

Lukas Kröger
Lukas Kröger
Lukas Kröger (15), Schüler aus Berlin: Ich gehe meistens nach der Schule in die Stadt, zwischen vier und acht. Und eher wochentags. Die aktuellen Öffnungszeiten reichen mir völlig aus. Und wenn ich sonntags mal was brauche, sind das garantiert keine Klamotten

Sarah Wille (31), Architektin aus Frankfurt: Ich finde, dass unsere Ladenöffnungszeiten genau richtig sind. Ich würde nicht abends um neun oder zehn einkaufen gehen. Im Gegenteil, ich glaube ich habe genauso gut eingekauft, als die Läden nur bis sieben oder sechs Uhr geöffnet hatten. Ich brauche nicht den Samstag bis zehn oder den Sonntag schon ganz und gar nicht. Was anderes ist es sicherlich, wenn man auf dem Land wohnt und dann am Wochenende in die Stadt zum Shoppen fährt. Dann freut man sich bestimmt, wenn man etwas mehr Zeit hat. Ich sehe es eher kritsch wegen der vielen Überstunden und Mehrarbeit, die dann auf die Leute zukommen.

Bernd Hielscher
Bernd Hielscher
Bernd Hielscher (40), Psychologe aus Berlin: Ich gehe vormittags in die Stadt, wenn die anderen nicht da sind. Dennoch hätte ich gerne Öffnungszeiten wie in Amerika, 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Ich finde, diese Reglementierungen hier sind absoluter Blödsinn. Ich komme aus dem Dienstleistungsbereich und hatte noch nie eine klassische Fünf-Tage-Woche. Deshalb fände ich es entspannter, dann shoppen zu können, wenn ich wirklich Zeit und Lust habe.

Martin Reifenrath
Martin Reifenrath
Martin Reifenrath (23), Student aus Frankfurt: Ich gehe am liebsten unter der Woche zu ungewöhnlichen Zeiten in die Stadt, so zwischen 10 und 14 Uhr, weil da die Geschäfte leerer sind. Das schaffe ich leider nicht so oft wegen Beruf und Studium. Interessant wäre daher das Öffnen am Sonntag, allerdings glaube ich nicht, dass ich dadurch öfter einkaufen gehen würde.

Judica Albrecht
Judica Albrecht
Judica Albrecht (40), Schauspielerin aus Berlin: Ich gehe meistens vormittags in die Stadt, doch dann sind die interessanten Läden in Friedrichshain und Mitte meist noch zu. Es wäre gut, wenn auch unsere Kiezläden und die Trendstores in Mitte schon ab halb zehn öffnen würden. Abends ist es völlig okay und auch den Sonntag brauche ich nicht zum Shopping. Im Gegenteil, ich finde es gut, dass die Läden dann geschlossen sind. Die Abende und Sonntage brauche ich nicht zum Shoppen. Viele andere Dinge sind es wert, Zeit dafür zu haben.

René Leibold
René Leibold
René Leibold (45) Geschäftsführer, lebt am Ammersee: Beim Thema Ladenöffnungszeiten bin ich gnadenlos. Am liebsten wäre mir von 7 bis 22 Uhr, auch wenn ich weiß, dass das unrealistisch ist. Ich wäre aber schon glücklich, wenn alle Geschäfte einheitlich von 10 bis 20 Uhr auf hätten. Das ist vielleicht der einzige Vorteil von Einkaufszentren.