Pünktlich zur GDS beginnt sie wieder, die vielbeschworene Trüffelsuche rund um Schuhe und Accessoires. Denn nicht nur für Schuhhändler sind Accessoires wichtige Umsatzbringer. Auch die Modehändler suchen stetig nach neuen Namen und spannenden Labels. Wer hat die trendigsten Ankle-Boots? Wo gibt es die zukünftige Lieblingstasche? Und wie sieht es eigentlich aus, mit Nachschub in Sachen Sneaker? Zehn Labels für alle auf der Suche nach neuen Namen in Sachen Schuhen und Taschen.



Hundred.
Sommer-Booties und Schnürer gehören zu den Themen, die auf keinem Orderblock fehlen dürfen. Je mehr Abwechslung, desto besser. Da kommt das Label aus der Toskana gerade recht. Denn genau das, Stiefeletten und maskuline Schnürer in handwerklicher Machart, sind die Produkte, die die etwa 90 Styles umfassende Kollektion für Damen und Herren bestimmen. Jedes Modell hat ein besonderes Detail zu bieten, mal Perforierung, mal kontrastierender Fersenreißverschluss, mal Colourblocking, aber in gedeckten Tönen. Ohnehin sind es vornehmlich „Mauschelfarben“, die Hundred Charme geben. Es gibt zwei Kollektionen pro Jahr, die Kollektion bewegt sich mit EKs von 68, 72 und 98 Euro im mittleren Preissegment. Über Jutta Wilms, Mönchengladbach.



3rd Floor.
Großzügige Shopper aus softem Metallisé-Leder, cognacfarbene Saddle Bags mit Nieten, weiche Kurzgrifftaschen mit „schmutzigem“ Finishing. Immer dabei: ein Schuss Casual. Die Pronto-Kollektion aus Italien kommt über We Love Fashion Agency mit Showroom in München nach Deutschland und entsteht in Handarbeit. 100 bis 120 Modelle sind permanent am Lager. Selbst custom-made Taschen werden innerhalb von vier bis sechs Wochen geliefert. Die Auswahl ist nicht nur bei den Formen immens: Es gibt alleine 80 Farben, das überwiegend verwendete Rindleder zeigt sich mal gewaschen und gefärbt, mal dipdyed, mal gewachst, kann mit Drucken und Nieten geordert werden oder ohne. Im EK kosten die 3rd Floor-Taschen 100 bis 170 Euro.



Alexander Smith London.
Hinter dem britischen Namen verbirgt sich ein junges, italienisches Label. Weil das UK-Image einfach „more fashion“ sei, so die Italiener – aber „Made in Italy“. Im Fokus der Kollektion stehen Creepers: High- wie Low-Tops, geschnürt oder mit Zippern, aus Metallisés oder gepatched mit Animal-Prints, allover roségoldfarbenen Nieten oder ganz clean. Für Damen und Herren. Auch bei der Sohle ist nicht alles, wie es scheint, denn bei den vier Zentimetern, die man von außen sieht, bleibt es nicht. Damit der Fuß nicht ganz flach abrollen muss, sind im Schuhinneren abermals vier Zentimeter versteckt. Komplettiert wird die Range mit passenden iPad-Etuis und Flaschenhüllen. Pro Jahr gibt es zwei Kollektion, EKs: 90 bis 120 Euro. Email: info@alexandersmith.it.



Herschel Supply Co.
Die Geschichte von Herschel beginnt um 1900, als Peter Alexander Cormack mit seiner Frau von Schottland nach Kanada auswanderte, um dort, nahe Herschel, Fässer zu fertigen. Peters und Annies Urenkel hatten es nicht so mit Fässern und konzentrierten sich lieber auf Rucksäcke, Reisegepäck und Taschen. Mittlerweile hat es Herschel auf die Straßen Europas geschafft, ist seinem von klassischer Bergsteigerausrüstung geprägten Heritage-Stil aber treu geblieben. Farbige Leo-, Vogel- und Camou-Prints geben den Silhouetten einen modernen Anstrich. Pro Jahr gibt es zwei Haupt- sowie zwei Zwischen-Kollektionen. Rucksäcke kosten im EK zwischen 20 und knapp 40 Euro, Taschen zwischen 30 und 115 Euro. Vertreten wird Herschel von P4 Marketing, Düsseldorf.



0-105.
Zero-Centcinq ist keineswegs eine Nullnummer, sondern steht für eine Sneaker-Kollektion aus Frankreich, genauer gesagt aus dem schönen Marseille. Von Hi-Tops mit Zipper-Einstieg bis zu Modellen im Running-Stil reicht die Bandbreite. Dabei sorgen Fransen- und Nietendetails ebenso für Abwechslung wie vielfältiger Materialmix aus Leder mit Reptilprägung, Velours- oder Glattleder sowie Canvas. Gedeckte Farben stehen neben Modellen in knalligen Tönen. Das Label wird neu über die Frankfurter Agentur Feldges+Heidt vertrieben. EK-Preise liegen zwischen 51 und 66 Euro. 0-105 gibt es für Frauen, Männer und Kinder. Auch Jacken und Westen im Military-Look gehören zum Programm.



Ampersand As Apostrophe.
Die Accessoires-Linie der Amerikanerin Jessica Park ist cool und innovativ. Schlichte Formen für praktische Taschen bringen Funktion und das auf ökologischer Basis. Die  Innenarchitektin hat ein Faible für Strukturen, für die Umwandlung von Bekanntem in unkonventioneller Weise. Ampersand steht für das kaufmännische Plus, also addieren. As bedeutet gleich. Und Apostrophe steht für das Vielfache von. Drei bekannte Symbole, die den Konzept-Hintergrund verdeutlichen sollen. Mal rustikal, mal glamourös in den Materialien: Schultertaschen, die zu Clutches gefaltet werden. Taschen aus Recycling-Mailbags. Praktische Zipper-Lösungen. Ungewöhnliche Farb-Akzente. Vertrieb: Fashiondesign Room, New York.



Volley.
Was der Converse für die Europäer – das ist der Volley für die Australier. Der Turnschuh mit dem Fischgrat-Profil in der Sohle wurde 1939 lanciert. Schnell feierten vor allem Tennisspieler große Erfolge mit dem neuen Sneaker. 1969 wurde er gar von 90% der Spieler in Wimbledon getragen. Doch auch außerhalb des Sports entwickelte sich der Volley Downunder schnell zum Lieblings-Casualschuh. Rockstars, Supermodels, Rentner, Kids und Studenten – sie alle tragen Volleys. Jetzt wird der Klassiker aus dem Land der Kängurus erstmals in Deutschland vertrieben. Und zwar über CP Fashion, Düsseldorf. Modelle in Canvas gibt es genauso wie in Leder, hoch, genauso wie flach, uni genauso wie bedruckt. Im VK kosten Volleys 59,90 Euro.



Claes Göran.
 Sein nach ihm benanntes Label startete Claes Göran vor rund zwei Jahren zunächst als Hobby. Wie er selbst sagt, weil er einfach keinen Schuh finden konnte, der zum Pilzesammeln genauso geeignet ist wie für das Treffen mit seinem Bankberater. So entstand ein urbaner Hybrid-Sneaker, eine Art Promenadenmischung aus Converse Chucks und Palladium-Styles. Das Label aus Stockholm bietet rund 20 Unisex-Modelle. Mal in Canvas, mal in Leder, mal im Mix. Mal hoch, mal flach, mal mit Zipper, mal als Schnürer, mal mit Ösen. Aber immer cool. Taschen im gleichen Stil ergänzen das Programm. Für 2014 ist auch eine modische Bekleidungslinie geplant. EK-Preise liegen zwischen 35 und 59 Euro. Der Vertrieb läuft über Hidden Secrets, Hamburg.



Wayuu.
Eine farbenfrohe Kollektion von Beuteltaschen, sogenannten Mochilas, die von Frauen im Norden Kolumbiens gehäkelt werden. Etwa 20 Tage braucht es, um eine Mochila fertigzustellen. Und jede ist ein Unikat, mit der die Häklerin durch das von ihr frei gewählte Muster eine Geschichte erzählt. 400 Häklerinnen haben dadurch ein geregeltes Einkommen. Die Farben der Beutel sind überwiegend leuchtend, es gibt aber auch Pastell- und Sandtöne. So wird auch geordert: nach Farbkategorien. Alternativ kann absortiert oder aber ein Überraschungspaket bestellt werden. Mindestabnahme: zehn Mochilas à 45 Euro EK. International zählt Wayuuu bereits um die 120 Kunden, in Deutschland gehören Jades in Düsseldorf und Stierblut in München dazu.



TaylorSays.
Achtung: nach unten schauen! Fette Schleifen, große Totenköpfe, romantische Heißluftballons, nacktschultrige Schönheiten mit Kussmund – solche Bilder zeigt TaylorSays unter extrem hohen Plateauböden. Jedenfalls gewinnen die High Heels aus Amerika momentan extreme Aufmerksamkeit, erobern die Facebook-Gemeinde und jetzt deutsche Premium-Stores. Modell Blondie zum Beispiel zeigt rasante Gold-Streifen, Talia explosive Splash-Sterne, Lipstix feminine Leopardendessins. Die Eyecatcher sind für VK-Preise von 199 und 269 Euro zu haben, einige davon auch noch für sofort. Der Deutschland-Vertrieb läuft über die Sapatodo AG, Berlin. Zu sehen sind die extrovertierten Schönheiten auf der GDS bei der Agentur Fashion Lounge.