Welche Labels könnten für eine Auffrischung der Sortimente sorgen? Bei welchen Kollektionen lohnt sich ein zweiter Blick? Die TW-Moderedaktion hat sich auf den internationalen Orderplätzen umgeschaut und eine Auswahl interessanter Newcomer zusammengestellt.



Bonsui
Bonsui
Bonsui.
Der Name ist nicht etwa zu verwechseln mit Bonsai und hat entsprechend auch nichts mit japanischen Mini-Bäumchen zu tun. Vielmehr verbergen sich hinter dem Label aus London wunderschöne, mädchenhafte und detailverliebte Kleider. Mal eine Schleife hier, mal ein Spitzen-Einsatz dort, mal ein Bubikragen, mal ein Häkelkäntchen, mal dekorative Fältelungen, mal schmeichelnde Wellensäume – aber immmer zart und feminin. So ist der Look der Kollektion, hinter der sich ein koreanisches Paar verbirgt. Viele Stoffe kommen entsprechend auch aus Korea. Das macht den Look speziell, ein wenig anders. Bonsui gibt es seit 2007. Zur Gruppe gehört außerdem die Kleider-Linie Orion, die vor allem mit auffälligen Drucken arbeitet. Bonsui-Kleider kosten im EK zwischen 40 und 60 Euro.





Cathrine Hammel
Cathrine Hammel
Cathrine Hammel. Die Norwegerin Cathrine Hammel nennt ihre Kreationen selbst Contemporary Classics. Doch was in Helsinki als Klassiker durchgeht, gilt anderorts als absolut modern. Zumal Klassiker im Moment ja ohnehin angesagt sind. So sind Tüllröcke in saisonal wechselnden Farben ein Basic in der Kollektion. Aber auch kleine Angora-Cardigans in Nudetönen mit abnehmbaren Tüll- oder Pelzkragen, cleaner Merino-Strick, , beispielsweise für ein Kleid mit Rolli, Shirts mit Bubikragen, Seidenblusen mit abnehmbarer Riesenrüsche oder konfektionierte Flanell-Tops gehören zum Look. Dabei ist die Handschrift immer clean. Kleine, oft abnehmbare Details, sorgen für die besondere Wirkung. Mit dieser schlicht-eleganten Aussage ist die Designerin bereits 1992 gestartet. In Norwegen werden über 60 Kunden bedient. Auch das Königshaus zählt zu den Kunden. Jetzt startet das Label mit dem Export und will mit EK-Preisen von 65 bis 200 Euro Anspruch zu bezahlbaren Preisen bieten.
Susanna Johansson, Export Sales Manager, susanna@cathrinehammel.no





Sportswear-reg.
Sportswear-reg.
Sportswear-reg. Junges Italo-Label mit US-Oldschool-Inspirationen: Gegründet im Jahr 2008 in Rom, haben sich die Macher von Sportswear-reg. einem authentischen US-Casualwear-Look verschrieben. Gewaschene, robuste, teils handveredelte Oberteile für kernige Männer bilden das Fundament. Liebevolle Wasch- und Used-Effekte sollen den Charme vergangener Jahrzehnte versprühen. Im Vordergrund stehen sportive Oberteile mit Anklängen aus Military, Motocross, Workwear. Handgemalte Grafitti-Styles stehen als Highlight an der Spitze der Kollektion. Preislich liegen T-Shirts im VK zwischen 59 und 79 Euro, Sweats zwischen 115 und 149 Euro und Hemden bei 119 Euro.
Vertrieb: Amtraq Distribution in Frankfurt.





Anerkjendt
Anerkjendt
Anerkjendt. Anerkjendt, das sollen Stücke sein, „in denen man leben, schlafen oder tanzen will“. Das neue Label von den Machern von Humör und Nümph hat auf der Bread&Butter Berlin seine Erstlings-Kollektion gezeigt. Leben, schlafen oder gar tanzen soll der Anerkjendt-Kunde, ein entspannter Typ oder moderner Streber, vor allem in authentischen Stücken mit Funktion, Liebe zum Detail und zu „handverlesenen“ Qualitäten. Die Kollektion ist vom Thema Natur inspiriert, übersetzt mit erdigen Farben, gewaschenen Materialien und Details in Wolle, Leder, Holz sowie Navajo-inspirierten Elementen. EK-Preise für Hemden starten ab 18 Euro, für Strick ab 22 Euro, für T-Shirts ab 9 Euro. Jacken und Sakkos liegen im EK zwischen 38 und 50 Euro und Chinos zwischen 24 und 30 Euro. Das Label bietet eine Kalkulation von 3,0.
Vertrieb: Anerkjendt, Ansprechpartner: Mario Widmann.





Uno piu uno
Uno piu uno
Uno piu uno. Handgearbeitete Taschen aus Marokko. In Italien produzierte Kleider und Tops. Entworfen in Barcelona. Uno piu uno ist weltoffen, international und modern. Es ist Kleidung, es sind aber genauso viele Accessoires. Und sogar die Warenträger, die mit Leder umwickelten Metallbügel kann man kaufen. Patch ist zurzeit ein wichtiges Styling-Element der feminen Oberteile: Da gibt es leichte doppelagige Tops und Kleider: unten bequemer feiner Jersey, obendrüber in der gleichen Farbe Seide (39 Euro EK). Oder ein Strickkleid mit gerissenen Seiden-Partien am Saum und Ausschnitt (36 Euro EK). Es sind niedliche Teile bis hin zu kurzen Paillettenkleidern für die Party, die unkompliziert und trotzdem etwas anders sind. Genauso die Taschen und Gürtel, die oft Metall-Details aufweisen und Manufaktur-Charakter haben. Taschen in Zigenleder liegen bei 60 Euro EK, in fettem Rindleder ab 80 Euro.





Pink Memories
Pink Memories
Pink Memories. Hier scheint der Name Programm zu sein, denn ein wenig wirkt der Look wie rosarot gefärbte Kleinmädchen- und Prinzessinnen-Träume. Da gibt es Tüllröcke, Spitzenblusen, Shirts mit Spitzen-Einsatz, Pailletten-Tops, Cardigans mit Glitzerfäden, Bouclé-Mäntel mit Strass-Dekor, bedruckte Seidenkleider und Faltenröcke in Leder. Aber damit das Ganze nicht zu zuckersüß wirkt, vervollständigen lässige Hüllen-Strickteile, Jerseys oder Elemente wie offene Kanten den stets romantisch-femininen, effektvollen Look. Jedes Teil bietet eben ein besonderes Detail. Die Kollektion mit rund 60 Teilen kommt aus Italien und wird in Deutschland jetzt neu über die Agentur Eyegasm, Berlin, vertrieben. EK-Preise variieren zwischen 80 und 119 Euro für Strick sowie zwischen 46 und 75 Euro für Seide.





Destin
Destin
Destin. Hochwertige Materialien und aufwendige Treatments machen die Schals des italienischen Labels Destin aus. Ob Cashmere/Wolle/Seide oder Wolle/Modal. Ob Sternen-Prints, Leo-Muster, Karos oder Vintage-Print – immer ist der Look edel, aber lässig und unisex. Offene Kanten, ein supersofter Griff und weiche Farben unterstreichen diesen Eindruck. Dabei wird alles in Italien gefertigt, Färbungen werden teils noch in Handarbeit vorgenommen. Im EK kosten die Schals zwischen 50 und 72 Euro.
Vertrieb: Agentur Hoferer, München/Düsseldorf.





ID Garments Company
ID Garments Company
ID Garments Company. Ein absoluter Newcomer aus dem italienischen Treviso. Die Identität des Labels, die ID, ist Strick. Die Leidenschaft ist Denim. Der kreative Macher ist Paolo Errico, der Erfahrung bei zahlreichen Luxus-Brands gesammelt hat. Er will Geschmeidigkeit und den Wohlfühlcharakter von Strick auf sämtliche Kleidungsstücke übertragen. Für eine zeitlose Casualwear. In der ersten Kollektion steht der Denim-Look im Vordergrund. Denim-Look plus Strick-Anspruch? Das Ergebnis sind beispielsweise indigofarbene Denim-Strick-Pullover, die einen Stone-Wash hinter sich haben. ID Garments Company bietet einen Total Look für Frauen und Männer mit Mänteln, Jeans-Jacken und Blusen. Von Strick-Hoodies bis Leder-Blousons. Die EK-Preise für Rundhals-Strick beginnen bei 85 Euro, die Material-Mix-Jacken sollen im VK bei 399 Euro liegen. Vertrieb: Rosenthal Trading in Düsseldorf/  www.idgarmentscompany.com





M. Wiesneck
M. Wiesneck
M.Wiesneck. Der Name steht für ein brandneues Label, das zum Herbst 2012 erstmals in die Läden kommen wird. Michala Wiesneck ist die langjährige Kreaitvchefin von Day Birger et Mikkelsen gewesen. Davor hat sie unter anderem in Paris für Lacroix und Cacharel gearbeitet. Unter M.Wiesneck startet sie jetzt ihreerste Kollektion unter eigenem Namen. Ihr Debüt gab sie während der Copenhagen Fashion Week. Ein cooler und dennoch sinnlicher Look für erwachsene, urbane Frauen steht im Fokus. Dabei reicht die Palette vom fließenden Oberteil, das Samt mit Seiden-Chiffon verbindet, über die Lederstretchhose und den hülligen Strick bis zum Lammfellmantel. Das Farbbild ist sehr reduziert, die Details subtil, oft versteckt. „Es geht um zurückhaltenden Luxus“, sagt die Designerin selbst, die Wert auf Handwerk und anspruchsvolle Qualitäten legt. Einige Preisbeispiele im VK: Baumwoll-Shirt um 80 Euro, Seidenblusen 200 Euro, Baumwoll-Cardigans 95 Euro, Stretch-Lederhose 470 Euro.





Oclaf
Oclaf
Oclaf. Eine Bändchen-Orgie. Wer für sein Geschäft noch schmückende Leder-Bänder und -Ketten sucht, könnte es mit diesem spanischen Schmucklabel versuchen. Oclaf existiert seit 2007. Mittlerweile arbeitet ein Team von sechs jungen Leuten in Barcelona an den Schmückern, die aus italienischem Leder gearbeitet sind. Sie tragen handgearbeitete Verschlüsse und Schmuckelemente aus einer nickelfreien, versilberten Legierung, die preiswerter als Silber ist und attraktiv altert. Es gibt schmale Lederbänder, breite, mehrere dünne oder ein breit geflochtenes Band. Alles in riesiger Farbpalette. Die Preise liegen bei 10 bis 25 Euro – wer für einen Warenwert von 600 Euro bestellt, muss nur 300 Euro zahlen. www.oclaf.com.





Hofmann
Hofmann
Hofmann. Klingt zunächst mal ziemlich deutsch. Heidi Hofmann, der Name der Designerin, noch viel mehr. Dabei kommen Kollektion und Designerin astrein aus Kopenhagen. Der Look ist allerdings fast ein wenig pariserisch. Auf jeden Fall aber feminin und schick. Da gibt es ein Spitzenkleid, das durch den markanten Zipper im Rücken cool wirkt. Oder den Mohair-Pulli mit Leder-Passe an der Schulter und fettem Goldzipper. Oder eben Strickkleider im Chanel-Stil, Mäntel im 60’s-Look mit großen Schmuckknöpfen sowie schlichte Seidenblusenund oversized Flanellblazer. Dabei geht es immer um anspruchsvolle Qualitäten wie Wolle oder Seide. Dabei kann der Look genauso gut elegant wie jung und cool kombiniert werden. VK-Preise liegen für Seidenblusen zwischen 149 und 249 Euro. Kleider kosten im VK zwischen 229 und 540 Euro, für richtig aufwendige Modelle. heidi@hofmanncopenhagen.com





De'Hart
De'Hart
De’Hart. De'Hart ist ganz und gar nicht hart, sondern steht für softe Jacken im Chanel-Stil. Klein, kastig und kragenlos liegt die Besonderheit jeweils im Detail. Seien es die Ketten-Deko an den Säumen, die großen Schmuckknöpfe, die aufgesetzten Taschen in Kontrastfarben, die auffälligen Glitzer-Stitchings oder die Litzen in Neonfarben. Die Stoffe sind ebenso besonders wie die Details mit gewalkter Wolle oder Bouclés mit Lurexfäden, Karos oder Flanellen. Immer individuell, manchmal fast sogar ein wenig trachtig. EK-Preise liegen zwischen 89 und 110 Euro.
Vertrieb: Agentur Ventrella, München.





Age Royale
Age Royale
Age Royale. Feminin-sinnlich und doch lässig – so sind die Kleider von Age Royale. Denn das Label aus Italien verbindet fast durchgängig Seidenstoffe mit Baumwoll- oder Viskose-Jerseys. So gibt es Kleider in allen Längen mit Raffungen, mit Drapé-Effekten oder in Wickel-Optiken – bei denen mal die Ärmel, mal das Oberteil, mal die Front in Seiden-Chiffon oder -Crêpe daherkommen. Dabei werden alle Kleider stückgefärbt, was für changierende Farb-Effekte, einen soften Griff und den entsprechenden Hauch Lässigkeit sorgt. Accessoires wie Leggings , Schals und Tücher komplettieren den Look. EK-Preise: 55 bis 109 Euro.
Vertrieb: Premium Brand Group Distribtution Erika Palese, München.